Was ist internes Employer Branding?

  • Nathalie
  • September 24, 2019
  • 9 min

Wir wünschen uns alle, dass andere positiv über uns sprechen. Und auch Unternehmen sind von diesem Wunsch nicht befreit. Denn wenn es um Mitarbeitende und neue Talente geht, möchte jedes Unternehmen gerne ein positives Image haben, die erste Wahl sein – und diese auch bleiben.

Die Basics: Was ist Employer Branding?

Ähnlich wie ein Produkt hat auch jedes Unternehmen eine Marke, mit der Mitarbeitende und Bewerber etwas verbinden. Eine solche Arbeitgebermarke oder Employer Brand kann in der Öffentlichkeit mehr oder weniger bekannt sein – sie sollte vom Unternehmen jedoch nie vernachlässigt werden.

Was ist eine Arbeitgebermarke?
Mit Hilfe einer Arbeitgebermarke wissen Talente, wofür ein Unternehmen steht und warum es einzigartig ist. Sie entsteht nicht durch einen Top-Down-Prozess, sondern durch die täglichen Erlebnisse und Erfahrungen der Mitarbeitenden

 

Um passende Talente zu finden und Mitarbeitende langfristig zu binden, müssen Unternehmen aktiv ihre Arbeitgebermarke gestalten. Und genau hier kommt das Employer Branding ins Spiel.

Employer Branding spart Geld

  • Kosten für unbesetzte Stellen sinken
  • Fluktuationskosten sinken
  • Fehlbesetzungsrisiko sinkt
  • Identifikation mit dem Unternehmen erhöht sich
  • Loyalität, Motivation, Bindung und Leistungsbereitschaft steigt
  • Kundennähe und -bindung wird getärkt
  • Know-How bleibt im Unternehmen

 

Das externe Employer Branding konzentriert sich auf die Außendarstellung. Hier es geht darum, sich für Bewerber so darzustellen, dass freie Stellen schnell besetzt werden können. Das interne Employer Branding kümmert sich um die aktuellen Mitarbeitenden. Es soll die Identifikation mit dem Unternehmen erhöhen, wodurch die Zufriedenheit, Loyalität und Bindung der Mitarbeitenden steigt.

In diesem Artikel erfährst du mehr zum externen Employer Branding.

Viele Unternehmen konzentrieren sich vor allem auf ihre Außendarstellung. Dabei vergessen sie, dass effektives Employer Branding von innen beginnt.

Gutes Employer Branding braucht Insights.

Denn nur durch internes Employer Branding erfahren Unternehmen, was sie besonders macht und welche Werte Mitarbeitende schätzen. So erhalten sie ein authentisches Bild vom Unternehmen, dass sie dann mit der Welt teilen können.

Was ist internes Employer Branding?

Was innen nicht stattfindet, kann auch außen nicht gelebt werden. Das interne Employer Branding bildet die Grundlage für ein geglücktes externes Employer Branding.

„Marken wachsen von innen nach außen.“ Fraunhofer-Institut

Das oberste Ziel des internen Employer Brandings ist es, Mitarbeitende emotional an das Unternehmen zu binden. Da sie täglich spüren , wie die Unternehmenskultur und Arbeitgebermarke ihre Arbeit beeinflussen, sollten Verantwortliche diese Erfahrung nicht dem Zufall überlassen.

Mitarbeiter als Markenbotschafter
Glückliche Menschen reden gerne über ihre Arbeit und tragen das, was innerhalb des Unternehmen gelebt wird, in Geschichten und Anekdoten mit nach draußen. Du kannst Mitarbeiter nicht in die Rolle als Markenbotschafter zwingen. Allerdings kannst du für eine Employee Experience sorgen, von der Mitarbeiter gerne berichten.

 

Durch das interne Employer Branding können Verantwortliche erkennen, welche Werte das Unternehmen ausmachen, ob diese Werte zu den Werten der Belegschaft passen und diese dann stärken.

Je mehr sich eine Mitarbeiterin mit den Werten ihres Unternehmens identifiziert, desto stärker ist die emotionale Bindung an den Arbeitgeber.

Wenn sich die Beziehung zum Unternehmen bessert, steigen auch die Zufriedenheit, die Motivation und das Engagement. Mitarbeitende können dann mit mehr Freude arbeiten, wodurch auch Kunden zufriedener werden.

Ein Aspekt, der oft übersehen wird, ist, dass nicht nur Fach- und Führungskräfte vom internen Employer Branding profitieren. Auch Mitarbeiter im Service oder Dienstleistungssektor können durch entsprechende Maßnahmen zufriedener werden.

„Wenn ein Unternehmen nicht 10 % Fürsprecher in seinen Reihen hat, läuft doch irgendwas falsch.“ Gero Hesse

Für das interne Employer Branding spielen drei Bereiche eine besondere Rolle:

  • Arbeitsplatzgestaltung

Man muss nicht Google sein, um zu wissen, wie wichtig die Gestaltung des Arbeitsplatzes ist. Dabei spielen zum einen moderne und passende Arbeitsgeräte und -materialien eine Rolle. Zum anderen müssen Mitarbeitende sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und ein angenehmes Umfeld vorfinden, das zu ihrer Arbeit passt.

  • Führungskultur

Wichtiger als ein schön gestaltetes Büro ist das Führungsverhalten im Unternehmen. Das Verhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiterin bestimmt maßgeblich, wie die Mitarbeiterin über das Unternehmen denkt – ob sie sich wohlfühlt, oder das Unternehmen lieber verlassen möchte. Vor allem Aspekte wie Wertschätzung, offene Kommunikation und Feedback stärken das Vertrauen und die emotionale Bindung.

  • Unternehmenskultur

Die Werte, die ein Unternehmen vertritt, bilden die Unternehmenskultur aus. Sie besteht aus unterschiedlichen Faktoren wie zum Beispiel Kommunikation, Führungskultur oder dem Kollegenzusammenhalt. Jedes Unternehmen verfügt über eigene Werte und eine einzigartige Kultur.
Werte, die nur kommuniziert werden, weil sie schön klingen, frustrieren die Mitarbeitenden. Sie müssen zu jeder Zeit die gelebten Werte in der kommunizierten Unternehmenskultur wiedererkennen können.

Warum ist internes Employer Branding wichtig?

Die Arbeitswelt verändert sich. Und Fachkräfte sind immer schwieriger zu finden. Ausgelöst durch den demographischen Wandel und Generationenwechsel bleiben viele Stellen unbesetzt. Für 2018 meldete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 1,214 Millionen freie Stellen. Der Grund dafür ist der Mangel an Bewerbern. Das bedeutet aber auch, Mitarbeitende, die sich nicht wohlfühlen, haben gute Chancen eine neue Stelle zu finden.

Was ist eine Fluktuationsneigung?
Die Fluktuationsneigung beschreibt die Neigung von Mitarbeitenden das Unternehmen zu verlassen. Sie hängt größtenteils von der emotionalen Bindung zum Unternehmen ab.
5 Faktoren bestimmen die emotionale Bindung:

  • Die Arbeit passt zu den eigene Stärken
  • Gute Verhältnis zur Führungskraft
  • Herausfordernde und abwechslungsreiche Tätigkeit
  • starker Zusammenhalt unter Kollegen und Kolleginnen
  • Identifikation mit den Unternehmenszielen und -werten

Faktoren wie Urlaubstage, Bezahlung, Kinderbetreuung oder Sicherheit am Arbeitsplatz beeinflussen die emotionale Bindung wenig.

Viele Talente lassen sich nicht mehr nur von einem guten Gehalt überzeugen. Vielen Mitarbeitenden sind ein gutes Betriebsklima und flexible Arbeitszeiten wichtiger als die Bezahlung. Aber auch Benefits wie individuelles Coaching oder Gesundheitsmaßnahmen spielen eine wichtige Rolle.

„Für Talente werden neben den klassischen Aspekten wie Titel, Gehalt und Benefits nämlich insbesondere auch Faktoren aus der Unternehmenskultur wie zum Beispiel Führungsverhalten, Arbeitsatmosphäre und Work-Life-Balance immer wichtiger. Wer das außer Acht lässt, läuft Gefahr, mühselig gewonnene Talente allzu schnell wieder enttäuscht zu verlieren.“ Jens Stief

Wenn Mitarbeitende kündigen, dann liegt das daran, dass ihre Vorstellung von der Arbeit nicht mit der Realität im Unternehmen übereinstimmt. Verantwortliche haben damit die Aufgabe, sich mit den Werten ihrer Mitarbeitenden auseinanderzusetzen und zu überlegen, welche Werte das Unternehmen vertreten will.

Instrumente Mitarbeiterbindung Hays Studie kununu engage

Dabei geht es nicht darum, die Werte zu wählen, die besonders gut klingen. Effektives Employer Branding stützt sich auf die Werte, die im Unternehmen aktiv gelebt werden. Nur so entsteht eine authentische Arbeitgebermarke.

 

Was ist gutes internes Employer Branding?

Es wird viel von einer attraktiven Arbeitgebermarke gesprochen.
Doch woher wissen Unternehmen, was für Mitarbeitende attraktiv ist?

Ganz einfach – indem sie nachfragen. Denn attraktiv zu sein bedeutet auch transparent, offen und ehrlich zu sein. Für eine authentische Arbeitgebermarke hören Verantwortliche ihren Teams zu und bauen diese auf dem Feedback der Mitarbeitenden auf.

Was kostet internes Employer Branding?

Internes Employer Branding steht in Deutschland noch am Anfang. Besonders kleinere und mittelständische Unternehmen haben den Nutzen noch nicht für sich erkannt oder setzen zu sehr auf Kampagnen als auf wirklich authentische und aktuelle Insights.

Wie viel das Employer Branding kosten soll, kann pauschal nicht beantwortet werden. Mitarbeiter, die lange im Unternehmen bleiben, zufrieden und engagiert sind, als Markenbotschafter positiv über das Unternehmen sprechen und kundenorientiert arbeiten, sind jedoch jeden Euro wert.

„Die Idee, dass internes Employer Branding kein Geld kosten darf, kommt aus einer Zeit, die längst vorbei ist, nämlich der Zeit, in der Arbeitgeber die klare Marktmacht hatten.“
Gero Hesse

Zum Abschluss empfehlen wir dir noch diesen schönen Vortrag, von Mahsa Amoudadashi, die sagt „Arbeitszeit ist Lebenszeit – und die sollte niemand verschwenden.“ Denn mehr Verbundenheit zum Unternehmen sorgt für Zufriedenheit auf allen Seiten.

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kununu engage ist ein HR Feedback-Tool, das dir dabei hilft, ein besserer Arbeitgeber zu werden. Durch kontinuierliches und anonymes Feedback der Mitarbeiter, erhältst du wertvolle Einblicke in die aktuelle Stimmung, und die gelebte Transparenz hilft dabei, eine starke Unternehmenskultur aufzubauen.

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