Recruiting-Trends 2019: Welche neuen Wege gehen Unternehmen?

  • Mirko
  • November 8, 2018
  • 7 min

Stellenanzeige schalten und schon trudeln bergeweise qualifizierte Bewerbungen ein – so mancher Recruiter kann sich an diese goldenen Zeiten womöglich noch erinnern. Doch sie sind vorbei. Das Gegenteil ist heute der Fall: Nicht mehr die Unternehmen suchen sich die Bewerber aus, sondern begehrte Fachkräfte schauen, wer am besten zu ihnen und ihren Ansprüchen passt. Für Recruiter bedeutet das, neue Wege einzuschlagen. Wir stellen dir die spannendsten Recruiting-Trends 2019 vor.

Die Nadel im Heuhaufen

Gute Bewerber werden immer rarer. Bereits im Jahr 2017 stellte die Studie ICR Recruiting Trends fest, dass rund 65 Prozent der HR-Verantwortlichen es als größte Herausforderung ansehen, qualifizierte Mitarbeitern zu finden. Rund 55 Prozent besetzen ihre Vakanzen nicht schnell genug. Die Folgen können verheerend sein: Wo wichtige Know-how fehlt, kann das Unternehmen seine Innovationskraft nicht voll ausnutzen. Mehrarbeit stresst die wiederum die Belegschaft, vor allem, wenn nicht abzusehen ist, wann sie ein Ende hat.

Damit stellt sich die Frage: Was kannst du 2019 in Sachen Recruiting besser machen? Was ist dringend notwendig, womit lockst du vielversprechende Bewerber an – und wo findest du diese überhaupt? Denn auch das hat sich geändert: Um die besten Köpfe ausfindig zu machen, stehen heute zahlreiche vielversprechende Kanäle und Technologien zur Verfügung. Und wenn du nicht auf der Strecke bleiben möchtest, solltest du sie kennen.

Die Top-Themen der Personaler

Mit welchen Themen beschäftigen sich Recruiter heute? Ein Blick darauf lässt bereits ahnen, was 2019 wichtig wird. Die ICR-Studie fasst die sechs Top-Themen der Personaler zusammen:

  • Recruiting von Berufserfahrenen
  • Employer Branding
  • Professionalisierung des Recruitings
  • Social Media
  • Candidate Experience
  • Active Sourcing

Die Themen werden auch 2019 wichtig bleiben. Einen Sprung werden mit Sicherheit alle Aufgaben in Sachen Digitalisierung machen. Die ICR-Erhebung beobachtete schon für 2018 ein gesteigertes Interesse an „Roboter Recruiting“, „Shared Sourcing Centern“ und „Mobile Recruiting“. Kein Wunder: Junge Menschen – wir sind nach den Generationen X und Y inzwischen bei Z angekommen – erwarten mehr von ihrem zukünftigen Unternehmen als eine Stellenanzeige in der Zeitung. Sie sind mobil, holen sich ihre Informationen digital und erwarten auch von ihrem Arbeitgeber, dass er in diesen Bereichen fit ist. Für sie spielt auch immer weniger ein hohes Gehalt eine Rolle. Vielmehr zählen Werte wie eine inspirierende Unternehmenskultur, Spaß an der Arbeit, eine sinnvolle Tätigkeit und Selbstverwirklichung.

Trends 2019: was kommt, was bleibt?

Und wie lockst du die „Zler“, die Digital Natives, nun an? Da, wo sie zu finden sind. Damit kommen wir zu den Recruiting-Top-Trends 2019. Und die spüren längst nicht nur die junge Generation auf, sondern auch erfahrene Mitarbeiter mit ausgewiesenem Know-how.

Recruiting Chatbots

Schnell, direkt, kurz: Die Kommunikation wird effizienter, Informationen kompakter und Antworten sollen immer schneller kommen. Recruiting Chatbots erfüllen diese Ansprüche an die Kontaktaufnahme. Und so funktioniert es: Ein Bewerber teilt dem Chatbot die wichtigsten Eckdaten mit, diese werden an den Recruiter weitergeleitet, der bei Interesse Kontakt aufnimmt. Der Vorteil für den Bewerber: Er spart Zeit, da er nur, wenn anhand seiner Eckdaten Interesse besteht, seine vollständigen Unterlagen einreicht. Und auch der Personaler muss sich nicht durch unzählige CVs von Bewerbern ackern, die für den Job gar nicht infrage kommen.

SEO-Recruiting

Recruiting per Google – wie soll das gehen? Wenn du dir diese Frage stellst, hast du eine interessante Möglichkeit verpasst, potenzielle Bewerber auf dich aufmerksam zu machen. Qualifizierte Mitarbeiter möchten für eine gute Firma tätig sein. Und suchen diese – auch – bei Google. SEO-Recruiting ist eine passive Form der Personalsuche. Du wirst gefunden, weil du die Suchergebnisse so optimiert hast, dass potenzielle Bewerber dich als attraktiven Arbeitgeber wahrnehmen.

Active Sourcing

Wo schlummern die Talente? Eine Antwort auf die Frage kann Active Sourcing liefern. Dabei durchsuchen Algorithmen verschiedene Quellen nach vielversprechenden Kandidaten: Bewerber-Datenbanken, soziale Medien, Businessnetzwerke, Communitys, spezialisierte Portale und viele mehr – und das so effizient, wie es ein Mensch niemals schaffen würde. Die Ergebnisse werden übersichtlich aufgelistet und du musst nur noch Kontakt aufnehmen. Active Sourcing sucht auch dort, wo es dir womöglich gar nicht eingefallen wäre und kann daher auch hoch spezialisierte Kandidaten ausfindig machen.

Recruiting Marketing

Gutes tun, ein toller Arbeitgeber sein und das auch bekannt zu machen, ist die Idee hinter Recruiting Marketing. Woher sollen die Besten wissen, was du für sie tust? Indem du eine Arbeitgebermarke aufbaust, Karrieremöglichkeiten präsentierst und mit potenziellen Bewerbern in den Dialog gehst. Der Clou: Du nimmst Kontakt auf, bevor sich der zukünftige Neue überhaupt auf die Suche nach einem neuen Job begibt. So baust du dir mithilfe von Tools und Softwarelösungen einen hochkarätigen Bewerberstamm auf – und kannst zugreifen, wenn die Zeit reif ist.

Social Recruiting

Nicht nur die Generation Z bewegt sich in den sozialen Netzwerken – und so spielen diese für die Kandidatensuche auch eine immer größere Rolle. Xing, LinkedIn, Instagram, Facebook und Twitter werden für das Aufspüren von geeigneten Kandidaten immer wichtiger. Anhand der Profile und Postings kannst du dir ein gutes Bild von Skills und Know-how machen – und das über die schnöden Eckdaten hinaus. Interessant ist auch die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme. Damit sparen alle Beteiligten Zeit. Die Herausforderung für den Recruiter liegt dabei in der optimalen Ansprache und damit darin, das Interesse vom vornehmlich privaten Rahmen auf ein mögliches Jobverhältnis zu lenken.

Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Seit Mai 2018 gelten neue Datenschutzbestimmungen. Und die werden auch im Recruiting wichtig, vor allem, wenn du neue Wege wie Active Sourcing vorantreiben möchtest. Kurz gesagt, dürfen Daten von Bewerbern nicht einfach so gesammelt und gespeichert werden, sondern es müssen bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Verstoße werden mit hohen Strafen geahndet – bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes können fällig werden. Grund genug, dass sich Unternehmen damit beschäftigen sollten. Das tun allerdings nicht genug: Eine Bitkom-Umfrage fand heraus, dass sich gerade mal 49 Prozent sich mit den neuen Datenschutzbestimmungen auseinandersetzen.

Warum neue Wege gehen?

Die Studie ICR Recruiting Trends fasst zusammen, warum du dich mit Themen wie diesen beschäftigen solltest: Rund 95 Prozent der befragten Unternehmen haben Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung – und die Problematik nimmt zu. Vielversprechende und zeitsparende Methoden werden bislang nur von wenigen Unternehmen genutzt. Wer jedoch auf ausgetretenen Pfade setzt, wird den Anschluss verpassen – und die besten Bewerber an die Konkurrenz verlieren, die neue Recruiting-Methoden nutzt.

 

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