New Work: Was du ĂĽber die Zukunft der Arbeit wissen musst

  • Nathalie
  • September 9, 2019
  • 24 min

Mit New Work suchen wir nach der Antwort auf eine simple Frage: Wie werden und wollen wir in Zukunft arbeiten?

Die kurze Version dieser Antwort lautet: Anders als heute. Wenn wir etwas nachhaken, wird es allerdings schnell kompliziert. Denn hinter New Work versteckt sich ein ganzer Strauß an Erklärungsansätzen, Antworten und auch so manche neue Frage.

Wir haben versucht, den StrauĂź etwas zu ordnen und geschaut, was New Work ist, warum wir es brauchen und wo wir auf dem Weg in die neue Arbeitswelt stehen.

In diesem Artikel erfährst du

  • was New Work ist und woher das Konzept stammt,
  • welche gesellschaftlichen Veränderungen zu New Work fĂĽhren,
  • welche Arbeitskonzepte im Rahmen von New Work entstehen und
  • wie weit wir auf dem Weg in die neue Arbeitswelt sind.

Was ist New Work?

New Work – das ist nach Benedikt Hackl et al. (New Work: Auf dem Weg zur neuen Arbeitswelt) sowohl ein Denkansatz als auch eine Bewegung, die auf gesellschaftliche Veränderungen antwortet. Besonders neue Technologien verändern unsere Gesellschaft und unsere Arbeit drastisch.

Immer mehr disruptive Innovationen lösen alte Systeme vollständig ab, verändern schlagartig unser Leben und gefährden die Geschäfte etablierter Unternehmen. Beispiele für disruptive Innovationen der Vergangenheit sind Smartphones, Digitalkameras oder MP3-Player. Für die Zukunft wird den Elektroautos eine solche disruptive Wirkung prognostiziert.

Diese Veränderungen fordern Führungskräfte und Mitarbeitende heraus. New Work steht also für die neue Arbeitswelt, in der wir mit neuen Arbeitsweisen, Systemen und Technologien auf diese gesellschaftlichen Veränderungen antworten.

„Ziel ist ein Wandel des Verständnisses und der Ausgestaltung von Arbeit in der Praxis“
(Benedikt Hackl)

Du willst einen schnellen Ăśberblick?

Dann schau dir New Work – ein neues Mindset für die Zukunft der Arbeit an:

Wie alles begann: New Work und die dritte industrielle Revolution

Wer sich genauer mit New Work beschäftigt, kommt an dem Namen Frithjof Bergmann nicht vorbei. Warum nicht? – Naja, er hat New Work erfunden.

Machen wir einen Ausflug in die 1970er und damit zur dritten industriellen Revolution. Die Automobilbranche steht vor großen Veränderungen. IT und Elektronik automatisieren Arbeitsprozesse, machen diese effizienter und gefährden gleichzeitig etliche Jobs. So stand auch das General Motors Werk in Flint vor einer Massenentlassung.

Frithjof Bergmann, der dort zu dieser Zeit arbeitete, hatte sich sich als Philosophieprofessor bereits Gedanken zu den Auswirkungen der Automatisierung gemacht. Sein Vorschlag: Das Werk sollte nicht wie geplant die Hälfte der Belegschaft entlassen. Stattdessen sollten alle Arbeitnehmenden nur noch sechs Monate im Jahr arbeiten. Die restliche Zeit sollten sie im Zentrum für neue Arbeit verbringen und darüber nachdenken, welche Arbeit sie wirklich, wirklich wollten.

Klassische Lohnarbeit habe ausgedient, so Bergmanns These. Da sie ohnehin nur so alt wie die industrielle Revolution sei, käme der Mensch auch gut ohne sie zurecht. Die Automatisierung befreie den Menschen nun von der Lohnarbeit und sei eine Chance, Werte wie Selbständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft zu stärken. Deswegen sollte die neue Arbeit oder New Work aus drei Teilen bestehen: Erwerbsarbeit, der Selbstversorgung bzw. Arbeit in der Gemeinschaft und der Arbeit, die Menschen wirklich, wirklich wollen.

“Und an dritter Stelle, werden sie die wirklich Neue Arbeit tun, die die Menschen nicht auslaugt, sondern ihnen Vitalität und Kraft verleiht, sinnvolle Arbeit die den Menschen die Überzeugung von einem wirklich gelebten Leben gibt: Arbeit, die die Menschen als ihre Berufung erfahren.” Frithjof Bergmann

Das heißt auch, dass wir der alten Lohnarbeit nicht einfach einen neuen Anstrich geben können. Laut Bergmann müssen wir Arbeit völlig neu denken und Schulen sowie Institutionen eröffnen, die Menschen auf dem Weg zu ihrem Traumjob begleiten.

Das ist nun 40 Jahre her. Was haben wir aus Bergmanns Konzept gemacht?

Wie wir New Work heute verstehen

In den letzten 40 Jahren ist New Work einen weiten Weg gekommen. Das Konzept hat es zum Trendthema auf Konferenzen, Blogs, Podcasts, Zeitschriften und auch in Unternehmen geschafft. Dabei ist nicht alles, was sich Frithjof Bergmann überlegt hat, auch wirklich in den Köpfen angekommen.

Der Grundgedanke bleibt jedoch: Die Gesellschaft verändert sich, die Arbeitswelt muss darauf reagieren. In diesem Abschnitt schauen wir uns an, wie sich die Gesellschaft ändert und wie Industrie und Wirtschaft davon betroffen sind.

Wie sich die Gesellschaft ändert

Vier Bereiche treiben den gesellschaftlichen Wandel an:

  • Demographischer Wandel

Die Gesellschaft altert. Und gleichzeitig schrumpft auch der Anteil an Menschen im erwerbsfähigen Alter, da die Babyboomer (Jahrgänge 1955 – 1969) langsam in Rente gehen. Auf diese geburtenstarke Generation folgen zwei Generationen (Generation Y und Z), die deutlich weniger Geburten verzeichnen.

Damit steigt auch der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Der daraus entstehende Fachkräftemangel und Bewerbermarkt stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Und es wird nicht nur schwieriger, Talente zu finden.

Auf einem Arbeitsmarkt, auf dem wenigen Talenten viele gute Stellen gegenüberstehen, müssen Unternehmen ihre Mitarbeitenden auch stärker binden. Retention Management und internes Employer Branding werden zu den wichtigsten Aufgaben des Personalmanagements.

  • Digitalisierung

Es wird schnell. Die Digitalisierung beschleunigt nicht nur Arbeitsabläufe, sie macht den Menschen in vielen Prozessen auch überflüssig.

Wo jetzt noch Mensch und Maschine zusammenarbeiten, werden in Zukunft Maschinen eigenständig miteinander kommunizieren. Diese sogenannten cyber-physischen Systeme werden vom Menschen eingerichtet und überwacht, arbeiten ansonsten aber selbstständig.

Maschinen sind also aus unserem Arbeitsleben nicht wegzudenken. In einer Bitkom Studie gaben 75 % der Befragten an, dass in 10 Jahren eine Vielzahl der Bürotätigkeiten durch computergestützte Verfahren ersetzt werden. 65 % der Befragten glaubten, dass Roboter in 10 Jahren den Großteil körperlicher Arbeit erledigen werden.

New Work Digitalisierung kununu engage blog Chance Unternehmen

Die Digitalisierung stellt Unternehmen neben der Mitarbeiterbindung vor die größte Herausforderung. Wie sie sich im Einzelnen auswirkt, hängt stark von der Unternehmensgröße und den Berufsbildern im Unternehmen ab.

Manche Berufe werden durch Maschinen ersetzt und verschwinden. Gleichzeitig kann die Digitalisierung einige Tätigkeitsfelder aufwerten oder komplett neue Berufe schaffen. Indem sie neue Berufsbilder schafft, schwächt die Digitalisierung auch die Auswirkungen des Fachkräftemangels ab.

New Work Digitalisierung Aufgaben Veränderung kununu engage Blog

  • Globalisierung

Die Welt rückt näher zusammen. Und die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Grenzen zwischen den Ländern verschwimmen immer mehr. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie nicht mehr nur auf dem nationalen, sondern auch auf einem globalen Arbeitsmarkt um Talente konkurrieren.

Schon allein, weil die Normalbiografie – d.h. die lebenslange Anstellung in einem Unternehmen – immer seltener wird, wechseln Menschen häufiger den Job. Wenn dann noch die Konkurrenz aus dem Ausland dazu kommt, müssen Unternehmen sich verstärkt mit dem internen und externen Employer Branding beschäftigen, um passende Talente zu finden.

  • Wertewandel

Es gibt keine perfekte Arbeitswelt, die alle zufriedenstellt. Unternehmen müssen lernen, mit heterogenen Wertevorstellungen umzugehen. Zu dem Schluss kommt auch eine Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: “Was für die einen wünschenswerte Zukunft ist, stellt für die anderen ein bedrohliches Szenario dar.”

45 % der Befragten sehen sich laut der Studie Wertewelten 4.0 noch weit von ihrem Idealbild von Arbeit entfernt.

Die Studie, fĂĽr die 1.200 Personen zu ihrer Einstellung bezĂĽglich der Arbeit in Deutschland befragt wurden, identifizierte sieben verschiedene Wertewelten. Wir haben der Studie fĂĽr jede Wertewelt vier angestrebte, vier abgelehnte Werte und eine typische Aussage entnommen.

Wenn du mehr ĂĽber die Wertewelten wissen willst, schau dir die Studie Wertewelten Arbeiten 4.0 an.

Wertewelt 1: Sorgenfrei von der Arbeit leben können – 30 % der Befragten

    “Mir ist es wichtig, dass meine Familie und ich ohne materielle Sorgen in einer sicheren Gemeinschaft leben können. Arbeit gehört dazu, doch leider fordert sie oft zu viel, dass ich kaum noch Platz für mein eigenes Leben finde. Alles geht immer schneller und man muss immer mehr leisten. Der Staat sollte dafür sorgen, dass jeder der einen Beitrag leistet, auch abgesichert ist.”
Angestrebte Werte Abgelehnte Werte
– LebensgefĂĽhl ist geprägt von sozialer Sicherheit – Klima von Druck und sozialer Kälte bei der Arbeit
– PersonalschlĂĽssel ermöglicht Arbeiten ohne Druck – trotz sinkendem Einkommen immer mehr arbeiten
– Planungssicherheit ĂĽber das ganze Erwerbsleben – berufliche Unsicherheit erschwert Lebensplanung
– in familiärer Arbeitsatmosphäre aufgehoben sein – Arbeitsverdichtung längst am Limit angekommen

Wertewelt 2: In einer starken Solidargemeinschaft arbeiten – 9 % der Befragten

    “Arbeiten bedeutet für mich Loyalität, Wertschätzung, Teilhabe und Zusammenhalt in einer Solidargemeinschaft. Das drückt sich auch materiell aus, aber nicht nur. Mich macht die Entwicklung zunehmend besorgt. Früher haben Unternehmen noch das Wohl der Menschen im Blick gehabt und es gab Arbeit für alle. Jetzt fallen immer mehr Menschen durch das Raster und finden keinen Platz mehr in der Gesellschaft.”
Angestrebte Werte Abgelehnte Werte
– Politik zur Sicherung erkämpfter Standards – billige Konkurrenz fĂĽr deutsche Fachkräfte
– Wertschätzung erworbener Qualifikation – distanzierte Anonymität: jeder ist sofort ersetzbar
– Kollegen als verschworene Gemeinschaft – Auflösung des sozialen GefĂĽges
– gegenseitige Loyalität – Arbeitswelt wird unberechenbar und beängstigend

Wertewelt 3: Den Wohlstand hart erarbeiten – 15 % der Befragten

    “Natürlich ist die Arbeit schwer geworden und macht nicht immer Spaß. Aber ich glaube noch immer, dass jeder, der sich wirklich anstrengt, es hier zu etwas bringen kann. Und wenn man es geschafft hat, darf man sich ruhig etwas Luxus gönnen. Sozialpartner müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Deutschland weiterhin die Wirtschaftsmacht in Europa bleibt und Leistungsträger hier eine Heimat behalten.”
Angestrebte Werte Abgelehnte Werte
– Vollzeitarbeit sichert den Lebensstandard – Arbeiter sind der Ausbeutung schutzlos ausgeliefert
– Mit FleiĂź und Anstrengung weiterkommen – Leistungsträger werden systematische frustriert
– Interessenvertretungen sichern ihre Mitglieder ab – menschliches Desinteresse bei allen Beteiligten
– LebensgefĂĽhl ist geprägt von sozialer Sicherheit – undurchsichtige BĂĽrokratie unterdrĂĽckt Schwache

Wertewelt 4 – Engagierte Höchstleistung erzielen – 11 % der Befragten

    “Verantwortung und eine führende Position sind für mich kein Druck, sondern pures Adrenalin. Gerne pushe ich mich selbst zu Höchstleistungen. Wirtschaft und Gesellschaft haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Angesichts der Digitalisierung ist beständige Weiterbildung ein muss. Die politischen Rahmenbedingungen zur Bewältigung dieser neuen Herausforderung sind dabei gegeben.”
Angestrebte Werte Abgelehnte Werte
– Deutschland als wirtschaftliches Vorbild fĂĽr Europa – Staat funktioniert unzureichend als Rahmengeber
– höhere Arbeitseffizienz durch die Digitalisierung – Staat ohne funktionierendes Wirtschaftsmodell
– auf dem Konsensweg Bedingungen verbessern – Arbeiter sind der Ausbeutung schutzlos ausgeliefert
– VerantwortungsĂĽbernahme wird Erfolgskriterium – Arbeitsvorgänge zu unproduktiv und umständlich

Wertewelt 5 : Sich in der Arbeit verwirklichen – 10 % der Befragten

    “Wir sind auf dem Weg in eine Arbeitswelt, in der man sich mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten immer wieder neu erfinden und viele spannende Dinge tun kann, auch international. Das steht nicht im Widerspruch zu Leistung und Effizienz, wenn Gesellschaft und Arbeitgeber dazu bereit sind, die Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen, beispielsweise durch flexible Arbeitsmöglichkeiten und umfassende Kinderbetreuung.”
Angestrebte Werte Abgelehnte Werte
– Arbeitgeber bieten ein attraktives Arbeitsumfeld – Funktionsdenken bestimmt Arbeitsbedingungen
– sich in seiner Arbeit selbst verwirklichen können – Arbeitszeit und Ort sind starr und nicht beeinflussbar
– positiver Stress durch ständige Herausforderung – sicheres Gehalt ĂĽber berufliche Entwicklung stellen
– persönliches Modell von Work-Life-Balance finden – Berufslaufbahnen sind konventionell und regional

Wertewelt 6: Balance zwischen Arbeit und Leben finden – 14 % der Befragten

    “Ich will Arbeit, Familie und persönliche Selbstverwirklichung zusammenbringen. Eigenverantwortung und gesellschaftliche Mitgestaltung gehören dabei für mich zusammen. Schließlich ist es eine gemeinsame Aufgabe, gute Bedingungen für alle zu schaffen. Das System soll sich den Menschen anpassen und nicht die Menschen dem System. Ich will meine Prinzipien nicht für etwas materielle Sicherheit über Bord werfen.”
Angestrebte Werte Abgelehnte Werte
– ĂĽber Arbeitszeiten und Orte individuell verfĂĽgen – Arbeitszeit und Ort sind starr
– Freiraum und Ressourcen fĂĽr persönliche Projekte – sich artig in ein vorgegebenes Raster einpassen
– eigenes Tätigkeitsprofil kreativ gestalten können – man verbiegt sich fĂĽr etwas materielle Sicherheit
– Bedingungen fĂĽr entspanntes Arbeiten schaffen – in langweiligen Routine-Job langsam abstumpfen

Wertewelt 7: Sinn außerhalb seiner Arbeit suchen – 13 % der Befragten

    “Ich glaube nicht, dass man des Lebens nur in der Erwerbsarbeit suchen sollte. Alle Tätigkeiten sind gleich wertvoll, solange sie einen Beitrag zum Wohlergehen aller leisten. Menschlichkeit kann sich auch in kleinen und sehr persönlichen Dingen zeigen. Deshalb sollte der Staat allen ein lebenswertes Auskommen garantieren, unabhängig davon was sie nach der Marktlogik verdienen.”
Angestrebte Werte Abgelehnte Werte
– seine eigene Persönlichkeit frei entfalten können – Geld verdienen wird zum alleinigen Lebenszweck
– fĂĽr soziale Gerechtigkeit und Umverteilung stehen – sozialer Zusammenhalt von Oben wird aufgekĂĽndigt
– uneigennĂĽtzig fĂĽr seine Mitmenschen eintreten – sich aus Angst mit schlechten Bedingungen abfinden
– persönliche Sinnstiftung ohne Leistungsanspruch – man verbiegt sich fĂĽr etwas materielle Sicherheit

Diese Wertewelten zeigen uns, dass es keine einheitliche Vorstellung von dem, was Arbeit in Zukunft sein soll, gibt. Unternehmen müssen sich der unterschiedlichen Wertewelten bewusste sein und sich darauf einstellen, dass sie nicht alle Arbeitenden mit den gleichen Mitteln abholen können.

Gleichzeitig ist dies aber auch die Chance, sich durch eigene, an die Mitarbeitenden angepassten Angebote von anderen Unternehmen abzuheben und eine authentische Arbeitgebermarke zu entwickeln.

New Work Infographik gesellschaftlicher Wandel kununu engage blog

Wie verändert sich die Arbeitswelt

Im letzten Abschnitt haben wir uns angeschaut, welche gesellschaftlichen Prozesse die Arbeitswelt verändern. Jetzt geht es darum, die Auswirkungen dieses Wandels auf Industrie und Wirtschaft zu verstehen.

Arbeiten 4.0 in der Industrie 4.0

Laut Bundesregierung befinden wir uns seit 2010 in der vierten industriellen Revolution. Getrieben von der schnellen Digitalisierung werden Daten miteinander verknĂĽpft „die zu neuen Dienstleistungen (Smart Services) und Produkten” fĂĽhren.

In sogenannten Smart Factories arbeiten Maschinen ohne Menschen und in Haushalten sowie Unternehmen kommunizieren Geräte über das Internet der Dinge miteinander. Die Vorteile der Industrie 4.0 sind eine erhebliche Effizienzsteigerung, Arbeitsentlastung und Zeitersparnis.

Moment mal!

Falls du jetzt denkst “Puuuh… vierte was?”, dann haben wir genau das richtige Video für dich. In weniger als fünf Minuten führt dich CNBC durch alle vier Revolutionen:

Welche neuen Arbeitsformen entstehen in einer digitalisierten Arbeitswelt, in der wir alle viel flexibler arbeiten können? Mit dieser Frage beschäftigt sich neben der Wirtschaft auch die Politik. Dabei ist das Grünbuch Arbeit 4.0 entstanden.

Arbeit 4.0 – das ist der Versuch über die neuen Arbeitsformen nachzudenken und sie unter einem Begriff zu sammeln.

Zwei Beispiele für solche Arbeitsformen sind Coworking oder auch das Crowdworking, bei dem Aufträge in kleine Aufgaben zerteilt und über eine digitale Plattform an Crowdworker verteilt werden. Was genau Arbeit 4.0 allerdings ist, das beantwortet auch das Grünbuch nicht.

Der Fachkräftemangel verändert die Art, wie Unternehmen Talente finden und binden. Wenn es schwieriger wird, Stellen zu besetzen, gehen viele Unternehmen neue Wege. Active Sourcing ist so ein Weg, der immer beliebter wird. Unternehmen suchen hier aktiv nach neuen Talenten und sprechen sie über Karrierenetzwerke oder Social Media gezielt an.

In New Work: Auf dem Weg zur neuen Arbeitswelt raten Hackl et al., sich bei der Talentsuche nicht nur auf eine Zielgruppe zu konzentrieren. Gerade die Heterogenität der Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt ist eine Chance, die besten Talente für den Job zu gewinnen. Warum sollten Unternehmen nicht Mitarbeitende über 55 fördern und ihnen durch Fort- und Weiterbildungen die Gelegenheit geben, sich weiterzuentwickeln?

Neben dem Recruiting fordert auch die Mitarbeiterbindung Personalverantwortliche heraus.

Laut einer Manpower Studie sind 50 % der Angestellten so unzufrieden mit ihrem Unternehmen, dass sie einen neuen Job suchen.

GrĂĽnde hierfĂĽr sind in der Regel eine ungesunde Unternehmenskultur, die sich in einer schwachen Feedbackkultur, fehlendem Kollegenzusammenhalt und einem schlechten Betriebsklima ausdrĂĽckt.

Für Unternehmen wird es wichtiger, darauf zu hören, was ihre Mitarbeitenden wollen, um die Mitarbeiterbindung zu stärken und die Fluktuation zu senken.

Besonders wichtig ist hier die Führungskultur, denn der unmittelbare Vorgesetzte ist dafür verantwortlich, wie Mitarbeitende über das Unternehmen denken – ob sie ihm eher negative oder positive Gefühle entgegenbringen.

Führungskräfte müssen ihren Teams zuhören, um eine authentische und starke Unternehmenskultur zu gestalten, von der alle profitieren.

Welche neuen Arbeitskonzepte bringt New Work mit?

Wo Industrie und Arbeit 4.0 aufeinandertreffen, dort brauchen wir auch neue Konzepte, um unsere Arbeit zu organisieren. Wir haben hier die Konzepte zusammengetragen, auf die wir in vielen Artikeln gestoĂźen sind:

  • Zeitsouveränität

Vielen Menschen ist es wichtig, selbst über die eigene Zeit zu bestimmen. Flexible Arbeitszeiten ermöglichen eine gesunde Work-Life-Balance, die Stress reduziert. Besonders Pendler profitieren von mehr Zeitsouveränität.

  • Flexibilität

Der Wunsch nach Selbstbestimmtheit und Freiheit findet sich auch in der ortsunabhängigen Arbeit wieder. Dank Digitalisierung können sich viele Arbeitende von ihrem Schreibtisch lösen und im Home Office, Coworking Space oder Ausland arbeiten.

  • Flache Hierarchien

Die Führungskultur von morgen nimmt ihre Mitarbeitenden ernst. Nur so fördern Unternehmen eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Mitarbeitende wollen nicht nur ĂĽber wichtige Entwicklungen im Unternehmen Bescheid wissen, sondern auch mitsprechen und ihr Arbeitsumfeld mitgestalten. Flache Hierarchien und ein offenes Ohr fĂĽr die Teams sind in Zukunft wichtiger als jemals zuvor.

  • Selbstorganisation

Je flacher die Hierarchien, desto mehr Verantwortung kann der Einzelne ĂĽbernehmen. Warum FĂĽhrungspositionen dann nicht gleich abschaffen? Das selbstorganisierte Team entscheidet basisdemokratisch und aktualisiert kontinuierlich Arbeitsprozesse.

Das Unternehmen Dark Horses kommt zum Beispiel seit seiner Gründung ganz ohne Führungskraft aus und vergibt nur wenn nötig Führungsrollen auf Zeit.

  • Agilität

Wer New Work sagt, muss auch Agilität sagen.

Agilität bedeutet, dass ein Unternehmen schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren kann. Dafür müssen Entscheidungsprozesse, Projektzyklen und Arbeitsabläufe so optimiert sein, dass Teams sie schnell an jeden Wunsch anpassen können.

Das agile Management schafft dabei ein Arbeitsumfeld, das von regelmäßigem Feedback, einer starken Vertrauens- und Fehlerkultur geprägt ist und das Team eigenverantwortlich arbeiten lässt.

  • Sinn stiften

Hier sind wir vielleicht wieder am nächsten an der Definition von Frithjof Bergmann dran. Die Arbeit, die wir leisten, soll uns und unserem Umfeld einen Sinn geben. Das kann zum einen durch mehr Selbstbestimmtheit, Flexibilität und flache Hierarchien erreicht werden.

Wer in seinem Unternehmen mehr Verantwortung trägt, sieht vielleicht auch mehr Sinn in seinen Aufgaben. Auf der anderen Seite – und da sind wir wirklich wieder ganz bei Bergmann – geht es auch darum, dass Menschen die Arbeit ausüben, die sie wirklich wollen.

Von hier nach da: Organisationen in der Transformation

Jetzt, wo wir wissen, wie sich die Arbeitswelt ändern wird, bleibt die Frage: Sind wir bald da? Und schon wieder stellen wir eine simple Frage, auf die wir nur schwer eine Antwort gefunden haben.

Das liegt zum größten Teil an den vielen verschiedenen Denkansätzen zum Thema New Work. Denn je nachdem wie “radikal” New Work gedacht wird, haben wir entweder noch einen weiten Weg vor uns oder sind schon fast da.

Die gute Nachricht ist: Unternehmen setzen sich mit New Work auseinander,…

Josephine Hofmann vom Fraunhofer-Institut sagt, dass “kaum ein Tag vergeht, an dem nicht stolz über die Verwirklichung einer Start-up-Zone von Großkonzernen in einem angesagten Berliner Loft berichtet wird – mit agilen Arbeitsformen, Kanban-Boards, Tischkicker und anderen sichtbaren Signalen und Symbolen des »Neuen«.” Besonders flexibles und ortsunabhängiges Arbeiten wird von vielen Unternehmen gefördert.

… doch sie gehen nicht weit genug.

„FĂĽr viele ist New Work etwas, was die Arbeit ein bisschen reizvoller macht. Und das ist absolut nicht genug.“ Frithjof Bergmann

Für viele Unternehmen hört die Reise bei den kleinen Veränderungen bereits auf. “Schwieriger wird es, neue Führungskonzepte und Formen der Selbstorganisation zu finden, die über eine längere Zeit funktionieren”, sagt Josephine Hofmann im gleichen Bericht.

Besonders seit langer Zeit gewachsene Strukturen lassen keine schnellen Veränderungen zu. Dort, wo die Unternehmenskultur seit Jahrzehnten die Arbeit prägt, kann die Richtung nur mit viel Kraft und Durchhaltevermögen gewechselt werden.

Auch die Studie New Work – Best Practices und Zukunftsmodelle kommt zu diesem Schluss: “Die alte Kultur »zieht« zurück – und muss für die erfolgreiche Veränderung sehr entschlossen durch ein nachvollziehbares und attraktives Entwicklungsziel ersetzt werden.”

Je älter die Unternehmenskultur, desto anstrengender der Wandel und das Veränderungsmanagement muss sich in diesem Fall auf einen langfristigen Prozess einstellen.

Und für viele Führungskräfte bedeutet das letztlich, dass sie ihr eigenen Führungsverhalten gründlich überdenken müssen, wenn in Zukunft die Menschen mit ihren Wünschen und Werten im Mittelpunkt stehen. Uns gefällt dazu besonders die Zusammenfassung des Wirtschaftswissenschaftlers Ayad Al-Ani, der in die Zeit Folgendes gesagt hat:

„New Work funktioniert da, wo die Rahmenbedingungen stimmen: wenn das Unternehmen um die Leidenschaften und Interessen der Mitarbeiter herum gebaut ist, Arbeitsinhalte strukturiert sind, Kollaboration unterstĂĽtzt wird und auch eine gewisse FĂĽrsorge fĂĽr das Individuum entlang seines zunehmend selbstbestimmten Pfades gezeigt wird.“

LesemĂĽde?

Dann schau dir zum Abschluss New Work – schnell erklärt an und ergänze dein Wissen über die neue Arbeitswelt:

New Work – das ist ein großes Thema. Wir haben versucht, dir einen kleinen Einstieg zu geben, mussten aber vieles kürzen oder vereinfachen.

Wenn du mehr wissen willst, dann schau doch mal auf folgenden Seiten vorbei oder blätter diese Bücher durch. Wir haben zum Beispiel viel gelernt aus

  • dem Buch New Work: Auf dem Weg zur neuen Arbeitswelt: Management-Impulse, Praxisbeispiele, Studien von Benedikt Hackl et al. (2007),
  • dem GrĂĽnbuch Arbeit 4.0 des Bundesministeriums fĂĽr Arbeit und Soziales,
  • der Studie New Work – Best Practices und Zukunftsmodelle des Fraunhofer-Instituts,
  • dem Interview mit Frithjof Bergmann in dem Podcast On the way to New Work,
  • dem New Work Manifest von Frithjof Bergmann
  • und aus dem wirklich spannenden und unterhaltsamen Ted Talk von Ricardo Semler

Viel SpaĂź auf der Reise in die neue Arbeitswelt.

Kostenlos Testen

kununu engage ist ein HR Feedback-Tool, das dir dabei hilft, ein besserer Arbeitgeber zu werden. Durch kontinuierliches und anonymes Feedback der Mitarbeiter, erhältst du wertvolle Einblicke in die aktuelle Stimmung, und die gelebte Transparenz hilft dabei, eine starke Unternehmenskultur aufzubauen.

engage kennenlernen

Newsletter (de)

Keine Neuigkeiten mehr verpassen

Abonniere unseren Newsletter und erhalte regelmäßig Insights zum Thema Mitarbeiter-Engagement, Company Culture und Co.