Was ist Mitarbeiter-Engagement?

  • Mirko
  • September 17, 2018
  • 28 min

Engagierte Mitarbeiter sind für das Unternehmen überaus gewinnbringend – sie zu halten, sollte daher selbstverständlich sein. Doch was sind die wichtigsten Voraussetzungen für Mitarbeiter-Engagement? Un wie kann man es fördern? Wer seine Firma liebt und mit Begeisterung bei der Sache ist, entwickelt neue Ideen, setzt sich für die Optimierung von Arbeitsabläufen und für ein besseres Arbeitsklima ein.

Zuletzt aktualisiert: 24.09.2018

Erfolgsfaktor Mitarbeiter-Engagement

Engagierte Mitarbeiter bringen mehr Leistung und sind damit ein wichtiger Erfolgsfaktor im Unternehmen. Das bestätigen zahlreiche Studien, allen voran der Gallup Engagement Index, der alljährlich die emotionale Verbundenheit von Mitarbeitern zu ihrem Unternehmen untersucht und sie mit der Produktivität in Verbindung stellt. Die Ergebnisse sind immer wieder erschreckend – rund 70 Prozent der Beschäftigten erledigen nur noch Dienst nach Vorschrift. Die Folgen: Innovative Ideen bleiben aus, die Leistung sinkt, das Unternehmen erleidet früher oder später einen Wettbewerbsnachteil. Ein gut durchdachtes Retention Management, also Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, ist für ambitionierte Unternehmen daher unerlässlich.

Mitarbeiter-Engagement: ein Erklärungsmodell

Engagierte Mitarbeiter sind mit dem Herzen dabei, sie entwickeln gerne neue Ideen und brennen für ihren Job. Das Unternehmen kann viel dafür tun.
Doch welche Faktoren fördern das Engagement deiner Mitarbeiter und welche dämpfen es? Michael S. Christian, Adela S. Garza und Jerele E. Slaughter haben anhand dieser Fragen ein Modell entwickelt, dass dem Mitarbeiterengagement auf die Spur kommen soll. Demnach gibt es drei Kategorien, die das Engagement beeinflussen:

  1. der Arbeitsplatz und die Organisation
  2. der Führungsstil
  3. persönliche Merkmale

Arbeitsplatz: Faktor für mehr Engagement

Die Ausstattung des Arbeitsplatzes ist eine Seite: Eine angenehme Atmosphäre, Raum für Ruhearbeit und Kommunikation und eine Möblierung, die den Workflow unterstützt, zeigen, dass die Firma ihre Mitarbeiter wertschätzt. Auf der anderen Seite steht die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Vorgesetzten. Eigene Entscheidungen treffen zu dürfen, Unterstützung vom Team und vom Chef zu erhalten, abwechslungsreiche Tätigkeiten und eine sinnvolle Arbeit sind die wichtigsten Punkte für eine engagierte Mitarbeit.

engagement modell Quelle: Michael S. Christian, Adela S. Garza und Jerele E. Slaughter: Work Engagement: A Quantitative Review and Test of its Relations With Task and Contextual Performance Personnel Psychology

Quelle: Michael S. Christian, Adela S. Garza und Jerele E. Slaughter: Work Engagement: A Quantitative Review and Test of its Relations With Task and Contextual Performance. Personnel Psychology, 64 (1/2011)]

Führungsstil: zeig mir Deinen Chef und ich sage dir, wie du arbeitest

Der Vorgesetzte prägt den Arbeitsplatz und damit die Faktoren, die für Zufriedenheit und Engagement notwendig sind. Wie sich der Chef gibt und welchen Führungsstil er pflegt, ist damit entscheidend für das Engagement – oder eben für sein Ausbleiben.

Persönliche Merkmale: auf die Einstellung kommt es an

Der Arbeitsplatz kann so schön sein, wie er will und der Chef ein Traum. Ist der Mitarbeiter von Natur aus ein Pessimist und mit seinem Leben unzufrieden, nützt das wenig. Ob ein Mitarbeiter engagiert ist, hängt den Wissenschaftlern zufolge stark mit seiner Persönlichkeit zusammen.

Der perfekte Job

Michael S. Christian und seine Kollegen fanden zwei Faktoren heraus, ohne die Mitarbeiterengagement kaum funktioniert: Die Arbeit sollte Sinn ergeben und abwechslungsreich sein. Das passt zu den Ergebnissen der Studie zur Arbeitsmotivation 2018 der Manpower Group: Einen Job, der langweilt und sinnlos erscheint, möchten 73 Prozent der Befragten nicht ausüben. Rund 65 Prozent ist es wichtig, dass die Kollegen nett sind und die Arbeitsinhalte stimmen.

Der Zusammenhang zwischen Mitarbeiter-Engagement und -zufriedenheit

Sind deine Mitarbeiter mit ihrem Job, ihrem Arbeitsplatz und ihrem Unternehmen zufrieden, arbeiten sie engagierter und bringen volle Performance? Zahlreiche Studien, unter anderem der Global Report „Mitarbeiterengagement und Arbeitsplätze in aller Welt“ des Büromöbelherstellers Steelcase, haben sich dem Thema „Mitarbeiter-Enaggement“ bereits angenommen. Was jedoch macht Arbeitnehmer eigentlich zufrieden – und in der Folge engagiert?

So entsteht Engagement

Wer engagiert für sein Unternehmen arbeitet, ist produktiver, hat mehr Ideen, die die Firma voranbringen und wagt gerne neues. Kein Wunder, dass die Engagierten am Arbeitsmarkt begehrt sind. Sie kommen jedoch nicht aus dem luftleeren Raum. Engagement entsteht vor allem, wenn der Mitarbeiter findet, dass seine Firma gut zu ihm und seinen Zielen passt, wenn er sich mit der Unternehmenskultur identifizieren kann, die Arbeitsatmosphäre ansprechend ist und die Kontakte zu den Kollegen von Offenheit und Freundlichkeit geprägt sind. Die Arbeitsumgebung spielt ebenfalls eine Rolle: Die Steelcase-Studie berichtet, dass sehr engagierte Mitarbeiter auch mit der Ausstattung ihres Arbeitsplatzes zufrieden sind. Dabei spielen Faktoren wie die Beleuchtung eine Rolle, Mobiliar, das ergonomisch und optisch gefällt und eine Akustik, die auf die jeweilige Tätigkeit abgestimmt ist.

Wertschätzung ist ein weiterer wichtiger Punkt, wenn es um die Zufriedenheit von Arbeitnehmern geht.Steelcase berichtet, dass 93 Prozent der Befragten ihrer Studie echtes Interesse seitens des Arbeitgebers an ihrem Wohlbefinden beobachten. Auch ihre Gesundheit und ihre Sicherheit seien dem Unternehmen wichtig.

Das bemängeln die Unzufriedenen

Umgekehrt geht es auch: Die unzufriedenen Mitarbeiter beschweren sich sowohl über die Organisation ihres Jobs und die Arbeitsumgebung als auch am Interesse des Arbeitgebers an ihrer Person. So meinen nur zehn Prozent von ihnen, dass sie von ihrer Firma wahrgenommen und geschätzt werden. Schaut man sich die Ergebnisse des Global Reports an, verlieren Unternehmen, die einen hohen Anteil unmotivierter Mitarbeiter beschäftigen, in allen Bereichen: nur 43 Prozent fühlen sich mit den Kollegen gut vernetzt, 24 Prozent gehen gern zur Arbeit, 25 Prozent sind stolz, für ihre Firma zu arbeiten, 23 Prozent sind motiviert. Dagegen stehen die zufriedenen Mitarbeiter: Von ihnen sind 97 Prozent mit dem Networking unter Kollegen zufrieden, gehen gerne zur Arbeit, sind stolz auf ihr Unternehmen und motiviert.

Die Freiheit der Zufriedenen

Was tun die Firmen konkret, die sich über einen hohen Anteil engagierter Mitarbeiter freuen dürfen? Auch das fand die Studie heraus:

  • Sie können selbst bestimmen, wo sie ihre Arbeit erledigen.
  • Sie knüpfen soziale Kontakte mit Kollegen.
  • Sie arbeiten in Teams und werden nicht ständig aus ihrer Arbeit herausgerissen.
  • Sie teilen Erfolge.
  • Sie erhalten transparente Informationen über das Unternehmen.

Wo stehst du?

Wo ist dein Unternehmen angesiedelt? Sind deine Mitarbeiter zufrieden und engagiert oder haben sie sich für Dienst nach Vorschrift entschieden? Findest du dich in den Punkten der Unzufriedenen wieder, ist es Zeit, zu handeln. Wie es um die Stimmung in deinem Team steht, erfährst du mit kununu engage.

Der Faktor Mensch: So bringen Mitarbeiter ein Unternehmen auf die Erfolgsspur

Wer stehen bleibt, bleibt auf der Strecke: Unternehmen müssen sich weiterentwickeln, und zwar mit innovativen Ideen und Produkten. Nur so bleiben sie marktfähig und sind der Konkurrenz mindestens einen Schritt voraus. Innovationsfähigkeit kommt von innen, aus dem Kreis der Mitarbeiter. Nur wenn diese mit- und vor allem weiterdenken, entstehen neue Ideen, die das Unternehmen in Richtung Zukunft führen. Allerdings will auch das gemanagt werden.

Stillstand ist der Tod jedes Unternehmens

Wie lassen sich Prozesse erneuern, wie geht das Unternehmen neue Wege, wie lassen sich Kunden gewinnen und halten? Die Antwort auf alle Fragen haben engagierte und motivierte Mitarbeiter – wenn man sie denn lässt. Ein Team, das mitdenkt, das mit eigenen Ideen um die Ecke kommt und diese am liebsten gleich ausführen würde, dürfte ein Traum für jedes Unternehmen sein. Leider ist es das in vielen Fällen nicht, im Gegenteil: Ideen werden ignoriert, Argumente wie „das haben wir schon immer so gemacht“, ins Feld geführt und damit wertvolle Potenziale verschenkt. Veränderungen bedeuten Aufwand und den scheuen viele Unternehmen. Und machen damit einen großen Fehler. So entstehen kein Innovation, sondern Stillstand – und eine frustrierte Belegschaft, die sich hüten wird, ihre Ideen weiterhin einzubringen.
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Räume für Ideen schaffen

Ein innovatives Umfeld entsteht nicht von sich heraus, es muss geschaffen werden. Und das erfordert Aufwand. Zum Beispiel, mit Strukturen, die Raum für Ideen lassen. So wie mit der Methode des Design Thinking. Sie betrachtet die Chance auf eine Innovation von einem anderen Blickwinkel: dem des Anwenders. So entstehen zunächst Annahmen oder Prototypen, die so lange verworfen werden, bis die Lösung feststeht. Das kostet Zeit – die sich jedoch lohnt.
Auch die Umgebung spielt eine Rolle: Wer den ganzen Tag im Büro vor dem Rechner hockt, wird kaum neue Ideen entwickeln, auch wenn er noch so motiviert ist. Die Lösung lautet: raus aus dem Büro. Unternehmen, die flexible Arbeitsplätze, Home- oder dezentrale Offices anbieten, sind aus mindestens zwei Gründen oftmals erfolgreicher als andere: Ihre Mitarbeiter sind zufriedener, weil sie sich wertgeschätzt und frei fühlen und sie entwickeln auf der grünen Wiese viel eher Ideen, die ihre Firma voranbringen.

Innovationskultur schaffen

Es muss nicht unbedingt das gesamte Unternehmen auf eine Innovationskultur umgepolt werden. Oftmals genügt es, wenn einzelnen Abteilungen Zeit und Raum gegeben wird, ihre Ideen zu entfalten. Der Spirit, der so entsteht, wird auch andere Abteilungen und Teams motivieren. Denn sie merken: Hier kann der Mitarbeiter etwas bewegen – und das fördert letztendlich das Engagement aller.

Mitarbeiter-Engagement: Diese Rolle spielt der Chef

Welche Rolle spielt der Vorgesetzte, damit Mitarbeiter sich engagieren und beste Leistungen bringen? Eine Bestandsaufnahme.

Die Vorgesetzten schaden der Firma

Rund 105 Milliarden Euro mehr Umsatz würden deutsche Firmen jährlich machen, wenn ihre Führungskräfte nicht versagen würden: So fasst die Unternehmensberatung Gallup die Ergebnisse ihrer Studie 2015/2016 zusammen. Sie trägt den vielsagenden Titel „Wenn ich meiner Firma egal bin, ist sie mir auch egal“. Schlechte Vorgesetzte führen demnach dazu, dass ein großer Teil der deutschen Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift erledigt. Motivation – Fehlanzeige. So steigen Fehlzeiten, die Produktivität lässt nach, innovative Ideen werden gar nicht erst gedacht – und das Unternehmen verliert letztendlich seine Wettbewerbsfähigkeit. Lediglich 21 Prozent der befragten Mitarbeiter bewertet seine Führungskraft positiv und motivierend.

Glückliche Arbeitnehmer

Doch sind der Chef und sein Führungsstil wirklich so ausschlaggebend für das Engagement – und was soll der Chef tun? Ein Blick auf eine weitere Studie gibt mehr Hinweise. Im Jahr 2012 wollte das Job-Portal StepStone herausfinden, was Arbeitnehmer glücklich macht. Die Ergebnisse:

Nun haben viele dieser Faktoren auch viel mit den Kollegen und dem Job an sich zu tun – sie werden jedoch auch vom Chef gesteuert. Herrscht in der Abteilung Hauen und Stechen statt Teamarbeit, wird einem hoch qualifizierten Mitarbeiter nur stupide Arbeit zugeteilt und hält die Führungsriege mit wichtigen Ergebnissen hinter dem Berg, ist der Chef dran, diese Zustände zu beheben. Auch Lob und Anerkennung kommen von ihm. Und wer im Job glücklich ist, ist auch motiviert und engagiert – weil er merkt, dass seine Firma ihm Gutes tun will.

Was Mitarbeiter wirklich wollen

Engagement kommt nicht allein von innen heraus – auch wenn die sogenannte intrinsische Motivation eine große Rolle spielt. Die Manpower Group Deutschland stellte im Jahr 2017 in ihrer Job-Studie fest: Vorgesetzte können vor allem durch Wertschätzung, Feedback und Interesse am Menschen punkten. Das steigert die Zufriedenheit im Job – und somit auch die Bereitschaft, sich für das Unternehmen zu engagieren.

Die wirtschaftliche Bedeutung engagierter Mitarbeiter

Mitarbeiter-Engagement zahlt sich aus, das zeigen zahlreiche Studien. Du wirst mit Sicherheit bereits selbst gemerkt haben: Ein Team, das mit Leidenschaft bei der Sache ist, bringt mehr und bessere Leistung. Doch wie wirkt sich das wirtschaftlich konkret aus?

Mehr davon!

Wenn die Arbeitsergebnisse die Erwartungen übertreffen, der Krankenstand erfreulich gering ist, die Umsätze wachsen und die Kunden voller Lob sind – dann hast du ein engagiertes Team hinter dir. Engagierte Mitarbeiter sind gleich in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn für die Firma:

  • Sie bringen höhere Leistung
  • Sie wechseln seltener die Firma
  • Sie generieren mehr Umsatz – auch durch eine höhere Kundenzufriedenheit
  • Sie sind seltener krank
  • Sie empfehlen ihre Firma gerne weiter – und bringen so neue engagierte Mitarbeiter und neue Kunden.

Das sind unter anderem die Ergebnisse des Gallup Engagement Index 2016. Die Mitarbeiterengagement-Studie nennt auch Zahlen: Bis zu 105 Milliarden Euro könnten deutsche Unternehmen mehr verdienen, wenn alle ihre Mitarbeiter mit vollem Einsatz dabei sind.
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Die Milliarden-Euro-Falle

Und nicht nur mangelnde Einsatzbereitschaft verbrennt Geld. Die Folgekosten sind ebenfalls hoch: Allein Krankentage, die bei demotivierten Mitarbeitern wesentlich häufiger auftreten, kosten die Volkswirtschaft rund 113 Milliarden Euro. Das errechnete die Bundesregierung in ihrem Report „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ beispielhaft für das Jahr 2015. Mitarbeiter, die mit wehenden Fahnen – und sämtlichem Know-how – ihre Firma verlassen, sind ein weiterer Kostenfaktor: Laut Fluktuationsstudie 2016 des IOGW Consulting Group errechnet einen Gesamtbetrag von mindestens 43.069 Euro pro Mitarbeiter. Dabei sind freilich auch Kosten für etwaige Fehlbesetzungen bei einer Neueinstellung, Eintrittskosten des Neuen und direkte Austrittskosten wie Abfindungen, Lohnfortzahlung bei Freistellung. Dennoch bleibt: Kündigen kostet. Besser du lässt es gar nicht erst so weit kommen.

Was tun deutsche Unternehmen, um ihre Mitarbeiter zu motivieren?

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter halten möchten, müssen etwas dafür tun. Die besten Köpfe sind begehrt und sind sie unzufrieden, suchen sie sich eben eine neue. Was tun Unternehmen konkret, um ihre Belegschaft zu motivieren und damit an sich zu binden – und passt das überhaupt zu dem, was die Mitarbeiter erwarten?

Was die Unternehmen bieten

Die Studie Jobtrends 2017 des Beratungsunternehmens Kienbaum bringt es ans Licht: Insgesamt 297 Unternehmen verrieten, welche Benefits sie ihren Mitarbeitern bieten. Auf den vordersten Plätzen landeten:

  • flexible Arbeitszeiten
  • betriebliche Altersvorsorge
  • Home Office

Weiterbildungsmöglichkeiten werden von einem Großteil der Unternehmen geboten – 96 Prozent gaben an, ihren Mitarbeitern fachliches Training zu bieten, Soft Skills vermitteln 86 Prozent. Auch Vertrauensarbeitszeit ist groß im Rennen: 71 Prozent der Unternehmen ist es wichtiger, dass die Arbeit erledigt wird und weniger, wann und wo das geschieht. Gesundheits- und Sportangebote bieten 58 Prozent der befragten Firmen.

Was die Mitarbeiter wollen

Nach den Ergebnissen der Jobtrends-Studie dürften deutsche Mitarbeiter im Großen und Ganzen mit ihrem Arbeitgeber zufrieden und dementsprechend motiviert sein – denn sie decken sich mit dem Wünschen der Mitarbeiter. Diese fasst eine weitere Studie zusammen: Das Jobportal Stepstone veröffentlichte 2016 die Trendstudie „Jobs nach Maß“, in der Fachkräfte ihre Erwartungen an ihre Firma nennen.
Dort stehen eine angenehme Arbeitsatmosphäre sowie Sport- und Gesundheitsangebote auf den vordersten Plätzen der Wunschliste. Die Möglichkeit, Job und Privatleben zu vereinbaren, steigert die Attraktivität des Unternehmen ebenfalls erheblich. Wichtig ist den Fachkräften vor allem, dass sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen. Ein angenehmer Kollegenkreis sei dafür das Wichtigste.

Handeln ist angesagt

Wenn du all das nicht bietest, sind begehrte Fachkräfte womöglich schneller weg, als du Engagement-Strategien aufstellen kannst. Lange nach einem Job suchen müssen sie nicht: Nach maximal sechs Monaten haben 69 Prozent der Stepstone-Studie zufolge eine neue Stelle.

Feedback ist oberster Wunsch der Mitarbeiter

Wie lässt sich das verhindern und wie kann das Mitarbeiter-Engagement nachhaltig erhöht werden? Fest steht: Die Aufgabe obliegt der Führungsriege. Sie bestimmt das Klima im Unternehmen und stellt die Weichen für die Unternehmensphilosophie. Das bestätigt der Gallup Engagement Index 2016: Nur 21 Prozent sind mit ihrer Führungskraft zufrieden. Diese seien jedoch für die emotionale Bindung an das Unternehmen der wichtigste Part. Die Befragten bemängeln vor allem fehlendes Feedback und die Bereitschaft, herauszufinden, wie das Leistungspotenzial jedes Einzelnen optimal freigesetzt werden kann. So bleiben viele Mitarbeiter hinter ihrem Potenzial zurück – und das Unternehmen verschenkt wertvolle Ressourcen.

Was treibt engagierte Mitarbeiter an?

Ein engagiertes Team ist erfolgreicher, hat häufiger neue Ideen, übernimmt gerne Verantwortung und ist damit ein Gewinn für das Unternehmen. Dieses Potenzial lässt sich nutzen – etwa um ein stagnierendes Projekt wieder auf die Beine zu bringen oder den unternehmensweiten Gewinn anzukurbeln. Doch wie entsteht Engagement und wie lässt sich Motivation für den Job dauerhaft halten?

Externe und interne Auslöser

Motivation kann aus intrinsischen (internen) Quellen entstehen oder aus extrinsischen (externen). Ersteres bezeichnet das Handeln aus einem inneren Antrieb heraus. Häufig sind das Mitarbeiter, die für ihren Job brennen, die lieben, was sie tun und erfolgreich vorankommen möchten. Extrinsische Motivation entsteht, weil eine Belohnung winkt: ein hohes Gehalt oder bestimmte Goodies, aber auch Lob und Anerkennung. Auch die Befürchtung, „bestraft“ zu werden, etwa weil die Karriereleiter abrupt enden kann oder eine Abmahnung droht, kann ein Auslöser für extrinsische Motivation sein.

Die Tätigkeit zählt

Hier kommen wir der Antwort auf die Frage, was engagierte Mitarbeiter antreibt, bereits auf die Spur: Es ist in erster Linie die Begeisterung für das, was sie tun. Ein gutes Gehalt ist auch nicht schlecht – doch es gibt wichtigeres. So stellt die EY-Jobstudie 2017 von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young fest, dass eine spannende Tätigkeit und ein gutes Verhältnis zu Kollegen auf den vordersten Plätzen der Motivationsfaktoren stehen. Gleich dahinter: ein hohes Gehalt.

Liebe deinen Job – und nicht die Firma

Wer jetzt meint, auch die Liebe zum Unternehmen spiele ebenfalls eine Rolle beim Engagement, der irrt. Die Arbeitspsychologen Michael S. Christian, Adela S. Garza und Jerele E. Slaughter gaben 2011 eine Meta-Studie in Auftrag, die ein für Chefs womöglich ernüchterndes Ergebnis zeigte: Engagement bezieht sich demnach nämlich direkt auf die Tätigkeit, die ausgeübt wird – und dabei ist es egal, ob es sich um einen Job am Empfang oder im Vorstand handelt. Engagement kann also sehr wohl vorhanden sein, auch wenn der Mitarbeiter sich nicht mit dem Unternehmen verbunden fühlt.

Kein entweder – oder

Auch wer seinen Job liebt, führt ihn nicht für Luft und Liebe aus. Und wer lediglich einer Abmahnung entgehen möchte oder allein für das Geld arbeitet, wird in einer verhassten Tätigkeit niemals erfolgreich sein. Eine gesunde Mischung aus interner und externer Motivation ist daher angesagt. Das bedeutet für Unternehmen: Engagierte Mitarbeiter werden belohnt – mit Beförderungen, Gehaltserhöhungen, aber auch mit flexiblen Arbeitszeiten oder einem angenehmen Arbeitsplatz. Und jeder Mitarbeiter, jedes Teammitglied wird mit Aufgaben betraut, die er kann und schätzt. Möglich wird das, wenn Chefs ihr Team kennen. Das gelingt etwa mit regelmäßigen Feedback-Gesprächen – übrigens noch eine Erwartung, die zufriedene Mitarbeiter an ihre Firma und ihre Vorgesetzten haben.

Mitarbeiter-Engagement messen

Ist dein Team engagiert – oder tut es nur so? Das Mitarbeiter-Engagement zu messen, liefert wertvolle Hinweise darauf, ob du Maßnahmen zur Motivation und Zufriedenheit ergreifen solltest. Hier erfährst du, wie es funktioniert.

Fragen hilft: der Employee Net Promoter Score (eNPS)

Wie steht es um das Engagement deines Teams? Wenn du wissen möchtest, ob sich da noch etwas optimieren lässt, ist es Zeit, zu reden – oder besser gesagt: zu fragen. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, das Mitarbeiterengagement zu messen. Eine davon ist der Employee Net Promoter Score. Die Variante des Net Promoter Score, die der Messung der Kundenbindung dient, stellt genau eine Frage:
Wie wahrscheinlich ist es, dass du dein Unternehmen an Freunde und Verwandte weiterempfehlen?
Die Antworten lassen sich auf einer Skala von 1 bis 10 abstufen. Loyale und begeisterte Mitarbeiter empfehlen ihre Firma mit einem Wert von 9 bis 10. Passive bewerten mit 7 bis 8. Sie sind zwar mehr oder weniger zufrieden, haben aber keine sonderliche Bindung zum Unternehmen und würden es demnach auch nicht unbedingt weiterempfehlen. Die Unzufriedenen antworten mit einem Wert von 0 bis 6 und äußern sich tendenziell eher negativ zu ihrem Arbeitgeber. Weiterempfehlung – negativ.
Der Employee Net Promoter Score hilft, Tendenzen in Sachen Mitarbeiter-Engagement zu erkennen und kann so auch aufdecken, welche Maßnahmen motivieren – und welche eher nicht.

Ausführliche Analyse

Der Employee Net Promoter Score ist klar und einfach, kann allerdings nicht alle Faktoren des Mitarbeiter-Engagements abbilden. Möchtest du mehr wissen, gibt es einige Indizien, die Aufschluss über das tatsächliche Engagement des Teams beziehungsweise des einzelnen Mitarbeiters liefern:

Effizienz: Hält der Mitarbeiter Termine ein und arbeitet innerhalb der Fristen produktiv?
Achtung: Der Grad zwischen vernünftiger Messung und Überwachung ist schmal. Achte darauf, dass du nicht mit Argusaugen auf Anwesenheit und Arbeitsergebnisse achtest.
Qualität: Engagierte Mitarbeiter leisten gerne gute Arbeit. Eine hohe Qualität ist ein Indiz für Motivation – und umgekehrt.
Service: Wie steht es im Kontakt mit Kunden und Lieferanten um den Servicegedanken? Zufriedene Mitarbeiter leisten auch in dieser Hinsicht gerne mehr.
Work-Life-Balance: Stimmt das Verhältnis von Arbeit und Freizeit in deinem Unternehmen? Mitarbeitern, denen Home Office, flexible Arbeitszeiten und Auszeiten gegönnt, werden, sind tendenziell zufriedener.

Regelmäßigkeit ist angesagt

Zufriedenheit und Engagement schwanken. Eine regelmäßige Messung ist daher wichtig, um im Fall der Fälle gegensteuern zu können. Mit kununu engange erhältst du ein Tool, mit dem du regelmäßiges Feedback deiner Mitarbeiter einholst und so die Motivation steigern kannst. Allein dass sie gefragt werden, wie es ihnen gerade in der Firma gefällt, trägt übrigens schon dazu bei. Du erhältst wöchentliche Statusberichte, mit denen du regelmäßig überprüfen kannst, ob es Zeit ist, die Motivation zu steigern.

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Quelle: State of the global workforce 2017, Gallup.

Zufriedenheit steigern, Mitarbeiter-Engagement fördern: Was kann das Unternehmen tun?

Mitarbeiter-Engagement entsteht nicht aus dem Nichts heraus. Das Umfeld muss stimmen. Ein Patentrezept, wie Mitarbeiter zu motivieren sind, gibt es nicht, denn jeder hat schließlich andere Ziele und Bedürfnisse. Einige Hinweise geben verschiedene Studien.
Eine Arbeitsatmosphäre, in der sich der Mitarbeiter frei entfalten kann, in dem seine Ideen gehört und in der Arbeitszeiten nach den Belangen der Firma möglichst flexibel gestaltet werden: Diese Wünsche zählt der Steelcase Global Report auf. Der Hersteller von Büro- und Objektmöbeln befragte im Jahr 2016 12.480 Büroangestellte aus 17 Ländern nach ihrer Arbeitsumgebung und ihren Wünschen. Das Ergebnis ist deutlich: Wer zufrieden mit seinem Arbeitsplatz ist, arbeitet engagierter. Das gilt jedoch auch laut Steelcase nur für 13 Prozent der Mitarbeiter. So sind Gehalt, Sozialleistungen oder die Anzahl der Urlaubstage sind zwar für Mitarbeiter durchaus wichtige Punkte, haben jedoch auf die emotionale Bindung ihrer Firma gegenüber keinen Einfluss, stellt Gallup fest. Die Arbeitsvermittlungsagentur Manpower berichtet im Sommer 2015, dass ein gutes Verhältnis zum Chef und zu den Kollegen die wichtigsten Motivatoren sind. Flexible Arbeitszeiten, die häufige Möglichkeit zur Teamarbeit, eine ansprechende Büroumgebung und Gesundheitsangebote seien weitere wichtige Faktoren. Eine Stepstone-Studie forschte zum Thema Glück am Arbeitsplatz und kommt zu dem Schluss, dass Achtung den Arbeitnehmern gegenüber, eine interessante Tätigkeit und ein gutes Betriebsklima die Faktoren zum Glück sind.

Engagement fördern in der Praxis

Was kann die HR-Abteilung praktisch tun, um das Mitarbeiter-Engagement zu fördern? Eine Möglichkeit sind Events in und außerhalb der Arbeitszeit: Teambuilding-Maßnahmen, Incentives, Benefits, Projekterfolge feiern und Leistung anerkennen fördern das Miteinander. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement und eine hochwertige, schöne Büroausstattung zeigen, dass der Mitarbeiter der Firma etwas Wert ist. Vor allem kann jedoch die Unternehmensführung etwas tun: Sie bestimmt das Unternehmensleitbild, das idealerweise von Respekt und Anerkennung geprägt ist.

Engagierte Mitarbeiter: So nützen sie der Firma

Motivierte oder, wie es die Stepstone-Studie ausdrückt, glückliche Mitarbeiter sind für das Unternehmen unverzichtbar, wenn es am Markt bestehen möchte. Denn wer nicht engagiert ist, ist schneller bereit zu kündigen und das ist aus mehreren Gründen problematisch: Der Mitarbeiter nimmt wertvolles Know-how mit und setzt es womöglich gewinnbringend bei der Konkurrenz ein. Die derzeit gute Konjunktur tut ihr übriges dazu: Für qualifizierte Mitarbeiter ist es ein Leichtes, einen neuen Job zu finden. Zudem kostet es das Unternehmen viel Zeit und Geld, qualifizierte Kräfte zu rekrutieren und einzuarbeiten. Bis ein Neuer produktiv arbeitet, vergehen oftmals Monate. Häufige Kündigungen ziehen zudem die verbleibende Belegschaft herunter und senken die Hemmschwelle, selbst zu kündigen.
Glückliche Mitarbeiter bleiben ihrer Firma dagegen treu, weisen weniger Fehlzeiten auf und sprechen positiv über ihr Unternehmen. Das dient dem Renommee und etabliert ein positives Image. Zudem lockt die Mundpropaganda wiederum qualifizierte Mitarbeiter an. So kann das Unternehmen nur gewinnen, wenn es in das Engagement der Mitarbeiter investiert.

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