„Als Führungskraft muss man mit ehrlichem Feedback umgehen können.“

  • Mirko
  • Juni 5, 2019
  • 9 min

Unsere Kunden sind unsere größten Kritiker – und das ist auch gut so. Darum sprechen wir regelmäßig mit ihnen, um die Wünsche und Bedürfnisse noch besser zu verstehen. Michael Schubert vom weltweit agierenden Ingenieurdienstleister Brunel stand uns dieses Mal Rede und Antwort. Warum kununu engage auch eine ehrliche Feedbackkultur fördert und wieso Schubert nicht mehr darauf verzichten möchte, lest ihr im folgenden Interview.

michael schubert brunel interview kununu engage blog personHerr Schubert, was macht die Firma Brunel – und was ist Ihre Aufgabe im Unternehmen?
Brunel ist ein international aufgestellter Ingenieurdienstleister, der so sowohl große Konzerne als auch mittelständische Unternehmen mit hoch qualifizierten Fachkräften bei der Realisierung unterschiedlicher Projekte aus dem Hochtechnologie-Bereich unterstützt. In der DACH-Region beschäftigt Brunel mehr als 3.200 Mitarbeiter an über 40 Standorten. Weltweit sind mehr als 14.500 Mitarbeiter in 44 Ländern an 117 Standorten aktiv. Ich selbst bin Leiter der Niederlassung in Lindau.

Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut, daher ist uns ihre Zufriedenheit auch besonders wichtig.

Was macht Ihr Unternehmen abgesehen von seinem Erfolg für Sie besonders?
Wir haben eine einzigartige Unternehmenskultur. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass das jedes Unternehmen von sich behaupten kann. Brunel schafft es jedoch, trotz seiner dezentralen Struktur, ein Wir-Gefühl zu schaffen. Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut, daher ist uns ihre Zufriedenheit auch besonders wichtig.

Ist das auch einer der Gründe, wieso Sie sich entschieden haben, ein Feedback-Tool einzuführen?
Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt und Fachkräfte werden immer stärker umworben. Gerade in der Region rund um den Bodensee herrscht Vollbeschäftigung. Gute Mitarbeiter zu finden ist daher das eine, sie zu halten aber eine ganz andere Herausforderung. Die klassischen New-Work-Gadgets wie Dartscheibe, Tischkicker und Co. sind ’nice-to-have‘ – um Mitarbeiter bei der Stange zu halten, bedarf es zusätzlich einer Art ‚Erlebnispädagogik‘, um wirklich jeden abzuholen.
Die Etablierung einer gesunden Feedbackkultur gehört heutzutage einfach dazu. Bei Brunel hatten wir diese bereits, doch die Feedbackzyklen waren mir persönlich einfach zu lang, um wirklich alle Probleme frühzeitig zu erkennen. So bin ich auf kununu engage gestoßen.

Mitarbeiter wollen gehört werden und das Gefühl haben, dass Anliegen, die einen bewegen und umtreiben im Tagesgeschäft verstanden werden.

Warum haben Sie sich für kununu engage entschieden und welche Erfahrungen haben Sie seit der Einführung gemacht?
Ich bin seit Jahren im Xing-Universum zuhause und hab daher auch früh von kununu engage erfahren. Nach intensiver Recherche waren besonders zwei Punkte für mich ausschlaggebend. Erstens: Die Umfrage ist sehr einfach und geht schnell. Außerdem habe ich als Führungskraft einen direkten Überblick. Der zweite ausschlaggebende Punkt war die regelmäßige wöchentliche Betrachtung. Wenn Themen aufkommen – ganz egal ob positiver oder negativer Natur – kann ich zeitnah darauf reagieren. Ein konkretes Beispiel, dass sich in den ersten Wochen der Nutzung von kununu engage abspielte, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Einige Kollegen fühlten sich ungerecht behandelt, da eine Mitarbeiterin von mir von einem Event freigestellt wurde. Die Mitarbeiterin hatte bereits einen extrem langen Tag gehabt und hätte ihr tägliches Pensum weit überschritten, wenn sie noch auf das Event gefahren wäre. Da das eine kurzfristige Entscheidung von mir war, kannten die Kollegen aber nicht die Umstände und empfanden die „Sonderbehandlung“ als unfair. Durch engage konnte ich das Missverständnis schnell aufklären, dessen ich mir sonst nie bewusst geworden wäre.

Sie entdecken also Probleme, die Sie sonst gar nicht wahrgenommen hätten?
Exakt! Das war für mich ein Aha-Erlebnis und hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, tagesaktuelles bzw. wöchentliches Feedback von meinen Mitarbeitern zu bekommen. Andererseits gehen viel zu viele Dinge im Arbeitsalltag verloren. Bleiben vermeintliche Banalitäten ungeklärt, kann sich etwas aufstauen, was man dann nicht mehr so leicht korrigieren kann. Andersrum merke ich auch viel schneller, wenn etwas eine positive Dynamik aufnimmt und kann zwischen langfristigen und kurzfristigen Themen unterscheiden. Sehe ich zum Beispiel beim Thema Work-Life-Balance einen Anstieg des Scores, obwohl die Woche aus meiner Sicht wie jede andere war, kann ich aktiv auf meine Mitarbeiter zugehen und sie direkt fragen, was den Anstieg der Zufriedenheit ausgelöst hat – und solche Auslöser aktiv fördern. Es ist also wichtig, sowohl bei negativem als auch bei positivem Feedback sehr zeitnah und aktiv mit den Themen umzugehen.

Es ist wichtig, sowohl bei negativem als auch bei positivem Feedback sehr zeitnah und aktiv mit den Themen umzugehen.

Nutzen Sie unsere Plattform im gesamten Unternehmen?
Noch nicht! Wir haben kununu engage zunächst lokal an meinem Standort in Lindau genutzt. Meine Erfahrungen mit der Software teile ich im nächsten Schritt mit der Brunel Geschäftsführung. Denn meiner Meinung nach bekomme ich durch das Tool Insights, die ich brauche, um Dinge zu verbessern und Trends zu erkennen. Am Ende profitieren alle im Unternehmen von einer lebendigen Feedbackkultur. Es geht ja darum, jeden Tag etwas ein bisschen besser zu machen und permanent dazuzulernen.

Wie gehen Sie konkret mit dem Feedback Ihres Teams um?
Ganz unterschiedlich. Manche Themen besprechen wir im Weekly, andere wandern in das Topics-Board, wenn es zum Beispiel darum geht, die Meinung aller zu hören. Wieder andere können auch in einer E-Mail erklärt werden. Das kann ich als Manager ganz individuell entscheiden und das hängt stark von der Art des Themas ab. Wichtig ist aber, dass man etwas tut. Andernfalls muss ich auch damit rechnen, dass die Mitarbeiter sich nicht ernst genommen fühlen.

Sie erhalten Feedback durch die geschriebenen Kommentare, aber auch durch die Scores der einzelnen Dimensionen. Wann werden Sie hellhörig?
Zum einen, wenn sich Kommentare zu einem bestimmten Thema häufen. Dann scheint der Kommentar nicht nur eine Einzelmeinung zu vertreten, sondern ein generelles Problem zu sein. Zum anderen schau ich auf die Entwicklung der Scores. Fällt der Wert in einer der Dimensionen wie zum Beispiel Work-Life-Balance unter eine bestimmte Benchmark, schau ich mir diesen Bereich natürlich genauer an. Je früher ich auf einen negativen Trend reagiere, desto größer ist dann auch die Chance, ihn zu stoppen. Genauso aufmerksam verfolge ich positive Trends, um Dinge zu identifizieren, die besonders gut laufen. Von diesen Learnings können dann auch andere Teams profitieren.

Bei Brunel hatten wir schon immer eine sehr gute Atmosphäre, mit kununu engage konnten wir das aber noch finetunen und uns hier sogar noch weiter verbessern.

Was würden Sie anderen Managern und Teamleitern raten, wenn Sie sich dafür entscheiden, kununu engage einzuführen?
Das aktive Zuhören von Führungskräften ist wichtig, um Mitarbeiter zu verstehen und sie gut zu führen. Darüber hinaus muss jedoch nicht nur zugehört, sondern das Feedback auch angenommen werden. Nur so kann ich eine bessere Führungskraft werden. Und das sollte doch der Anspruch sein. Ich vergleiche das gerne mit dem Umgang mit meinen Kindern. Beide sind in der Pubertät. Wenn ich dort ein Thema zu lange aussitze, endet dies meist mit einem großen Knall. Suche ich aber frühzeitig das Gespräch und hinterfrage die Dinge unvoreingenommen, werden sie gar nicht erst zu Themen. Bei Brunel in Lindau hatten wir schon immer eine sehr gute Atmosphäre, mit kununu engage konnten wir das aber noch finetunen und uns hier sogar verbessern. Als wir unsere Mitarbeiter nach sechsmonatiger Nutzung zu ihrer Meinung befragten, gab es viel positives Feedback. Die Bereitstellung der Plattform – vor allem aber der Umgang mit den Erkenntnissen – wurde als enorme Wertschätzung empfunden. So gesehen profitieren am Ende alle von einer transparenten Feedbackkultur, das Unternehmen, die Unternehmensführung und die Mitarbeiter.

Herr Schubert, wir danken Ihnen für das spannende Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg mit kununu engage.


Michael Schubert (42) arbeitet seit 24 Jahren im Bereich Personal und Vertrieb, davon bereits über 16 Jahre im Management als Führungskraft. Hierbei war er vom Mittelstand bis hin zum Großkonzern in verschieden Branchen und Ländern (Asien/Europa) tätig. In den letzten 10 Jahren spezialisiert er sich in den Bereichen Führung, HR (Recruiting & Active Sourcing) sowie der Entwicklung des Employer Branding von Unternehmen. Michael Schubert gehört in Deutschland zu den führenden Experten, wenn es um diese Themen geht.

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kununu engage ist ein HR Feedback-Tool, das dir dabei hilft, ein besserer Arbeitgeber zu werden. Durch kontinuierliches und anonymes Feedback der Mitarbeiter, erhältst du wertvolle Einblicke in die aktuelle Stimmung, und die gelebte Transparenz hilft dabei, eine starke Unternehmenskultur aufzubauen.

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