10 Regeln für unwiderstehlich gutes Feedback

  • Nathalie
  • Oktober 23, 2019
  • 8 min

Forrest Gumps Mutter hatte recht, als sie sagte: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man kriegt.“ Das Schöne an so einer Universalweisheit: Sie lässt sich auch auf andere Bereiche anwenden. Wir denken da zum Beispiel an Feedback, das in Unternehmen mehr oder weniger gut gegeben wird.

Feedback ist komplex, hilft uns aber persönlich und beruflich zu wachsen. Doch oft wissen wir vor dem Feedback nicht, ob uns ein edler Genuss erwartet, bei dem wir jede Nuance verstehen, oder ob eine unerwartete Schärfe das Erlebnis trübt.

Feedback ist so wertvoll wie zart schmelzender Nuss-Nougat. Und trotzdem hüllen viele Menschen es in eine billige Glasur – ganz nach dem Motto “Was ich sage, plane ich. Wie ich es sage, improvisiere ich.” Dabei müssen wir auch beim Feedback jede Zutat sorgfältig auswählen.

Ob top-down, bottom-up, digital, regelmäßig, wöchentlich, jährlich, 360° – Feedback muss gut sein. Unabhängig von der Position und dem Jobtitel kann schlecht gegebenes Feedback wirkungslos bleiben, andere Menschen verletzen oder Teams spalten. Wichtige Diskussionen geraten so in Schieflage oder zerfließen in unproduktiven Streits. Am Ende ist niemandem geholfen.

Erfahre in diesem Artikel, warum eine offene Feedbackkultur wichtig ist.

Also, was können wir tun?

Es ist ganz einfach: Feedback braucht Regeln. Als Führungskraft ist es deine Aufgabe, die Regeln bereitzustellen und sie bei jedem Feedback zu beachten – egal ob du selbst Feedback gibst oder beobachtest, wie andere Feedback geben. Und es wird noch einfacher: Damit du nicht zu viel Arbeit hast, teilen wir unsere 10 wichtigsten Feedbackregeln mit dir. Gern geschehen.

Die 10 wichtigsten Feedbackregeln von kununu engage

Feedbackregeln Poster Download kununu engage

  • 1. Feedback ist erwünscht

Wir geben Feedback nur, wenn unser Gegenüber dazu bereit ist.

Gutes Feedback ist erwünscht. Deswegen solltest du deine Kollegen und ihre Leistung nicht ungefragt auf Topics kritisieren, sondern unter vier Augen mit ihnen sprechen.

✔️ Ich habe Probleme bei der Nutzung von Google Analytics. Können wir einen Workshop anbieten?

❌ Sabines Einführung in Google Analytics ist total unbrauchbar.

  • 2. Feedback ist anschaulich

Wir beschreiben nur Situationen, die wir selbst beobachtet haben.

Du solltest keine Gerüchte verbreiten. Beschreibe stattdessen deine eigene Wahrnehmung und Reaktion auf das Verhalten, das du selbst beobachtet hast. Damit dein Feedback anschaulich bleibt, verzichtest du besser auch auf Interpretationen und Bewertungen, die andere unnötig verletzen können.

✔️Ich fand den Vortrag zur neuen Unternehmensstrategie zu kurz. Zumindest bei mir sind da noch viele Fragen übrig. Seid ihr auch der Meinung, dass ein Follow-Up hilfreich wäre?

❌ Ich habe gehört, dass der Vortrag furchtbar war. Er war schlecht strukturiert und total überflüssig. Niemand hat ihn verstanden.

  • 3. Feedback ist konkret

Unser Feedback bezieht sich auf eine bestimmte Situation.

Nur wenn alle das Feedback verstehen, kann es auch Veränderungen anstoßen. Beziehe dich deshalb immer auf eine konkrete Situation, die deine Kollegen nachvollziehen können.

✔️ Unsere Ergebnisse sind in diesem Quartal schlechter als im Letzten. Ich bin der Meinung, wir haben zu viele Aufträge angenommen und konnten diese nicht gut bearbeiten. Was können wir im nächsten Quartal besser machen?

❌ Die Arbeit in unserem Team ist immer schlecht und unkoordiniert. Nichts läuft richtig.

  • 4. Feedback ist subjektiv

Wir respektieren unterschiedliche Meinungen.

In einer offenen Feedbackkultur hat jeder Mitarbeitende eine Stimme. Du bist also nicht das Sprachrohr deines Teams. Mit Generalisierungen unterstellst du ihnen eine Meinung, mit der sie vielleicht nicht einverstanden sind, und verfälschst das Stimmungsbild. Konzentriere dich auf deine eigene Wahrnehmung und verpacke deine Beobachtungen in Ich- bzw. Wir-Botschaften.

✔️ Ich habe das Gefühl, unser Weekly war die letzten Male zu lang. Wer stimmt zu?

❌ Alle sind der Meinung, dass unser Weekly zu lang und schlecht ist.

  • 5. Feedback ist taktvoll

Wir beleidigen weder unsere Kollegen noch deren Arbeit.

Dein Feedback sollte niemanden verletzen. Achte auf deine Wortwahl. Formuliere deine Kommentare so, dass du auch im Nachhinein zu ihnen stehen kannst. Kraftausdrücke und Beleidigungen ersticken jedes Gespräch.

✔️ Bei den letzten drei Projekten gab es viele Flüchtigkeitsfehler. Wir müssen mehr auf die Qualität achten.

❌ Die Qualität unserer Arbeit ist echt scheiße.

  • 6. Feedback ist nützlich

Wir stellen keine unrealistischen Erwartungen.

Veränderungen brauchen Zeit, deshalb kann nicht jedes Feedback direkt umgesetzt werden. Du kannst den Verantwortlichen aber bei der Umsetzung helfen, indem du konkrete Vorschläge machst und ihnen Zeit gibst, auf Ideen zu reagieren, Stellung zu nehmen oder die Wünsche umzusetzen. Beachte auch, dass du nicht immer alle Informationen hast oder Zusammenhänge kennst. In diesem Fall ist es besser, erstmal nach einem Update zu fragen.

✔️ Gibt es ein Update zu den Ventilatoren? Habt ihr schon Angebote eingeholt?

❌ Wir haben immer noch nicht genug Ventilatoren im Büro. Ich wusste letzte Woche schon, dass sich das nicht ändern wird.

  • 7. Feedback ist aktuell

Wir geben unser Feedback zeitnah.

Schon mal eine Situation angesprochen, an die sich niemand mehr erinnert? Dann hast du zu lange gewartet. Gutes Feedback gibst du immer zeitnah. Damit du deine Worte später nicht bereust, solltest du allerdings keinen Topic schreiben, wenn du wütend bist.

✔️ Mir ist aufgefallen, dass es bei unserem Kick-Off am Montag viele Missverständnisse gab. Lasst uns diese bitte sofort klären.

❌ Ich fand, letztes Jahr gab es schon beim Kick-Off zu viele Missverständnisse.

  • 8. Feedback ist regelmäßig

Wir geben regelmäßig Feedback.

Zu viel Feedback überfordert den Empfänger. Im schlimmsten Fall lehnt er es ab. Durch regelmäßiges Feedback hältst du dein Unternehmen und deine Kollegen schnell auf dem Laufenden und ihr könnt gemeinsam nach einer Lösung suchen.

✔️ Beim letzten Projekt musste ich jede Information zweimal erfragen. Könnten für das nächste Projekt alle Beteiligten wöchentlich kurz ein Update in unsere Slack-Gruppe schicken?

❌ Letztes Jahr lief viel schlecht. Die Kommunikation im Team war furchtbar. Der Drucker in meinem Büro hat nicht funktioniert. Außerdem konnte ich mich das ganze Jahr nicht konzentrieren, weil es zu laut war.

  • 9. Feedback ist neu

Wir geben mit unserem Feedback neue Informationen.

Feedback soll Veränderungen anstoßen und konstruktive Hinweise enthalten. Wer immer nur bekannte Probleme wiederholt, fördert allerdings nicht den Dialog. Dein Feedback sollte daher einen anderen Blickwinkel oder neue Informationen enthalten, welche die Perspektive deiner Kollegen und Verantwortlichen erweitern.

✔️ Ich finde, unsere Meeting-Kultur hat sich schon verbessert. Leider sind manche Meetings noch zu lang. Was wir noch versuchen könnten: Lasst uns in Zukunft die Agenda mit dem Termin verschicken, dann wissen wir immer, welches Meeting für uns interessant ist.

❌ Die Meetings sind immer noch zu lang.

  • 10. Feedback ist ausgewogen

Wir geben nicht nur negatives, sondern auch positives Feedback.

Habt ihr diese Woche ein Projekt abgeschlossen? Gab es positives Feedback von Kunden oder hattest du einfach nur eine schöne Arbeitswoche? Sag es deinen Kollegen! Denn auch Lob und Anerkennung gehören auf das Topics-Board.

✔️ Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit in diesem Quartal. Ihr seid ein super Team!

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kununu engage ist ein HR Feedback-Tool, das dir dabei hilft, ein besserer Arbeitgeber zu werden. Durch kontinuierliches und anonymes Feedback der Mitarbeiter, erhältst du wertvolle Einblicke in die aktuelle Stimmung, und die gelebte Transparenz hilft dabei, eine starke Unternehmenskultur aufzubauen.

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