E-Learning: das innovative Qualifikations-Upgrade

  • Martina
  • Dezember 7, 2018
  • 15 min

„Arbeite und lerne, und du kannst gar nicht verhindern, dass du etwas wirst“, was Dale Carnegie im vorigen Jahrhundert vermutlich eher schmunzelnd über die Lippen kam, hat in Zeiten der Digitalisierung auch etwas Ernsthaftes. Neue Arbeitsformen und veränderte Dienstverhältnisse stellen die Arbeitswelt und somit auch die Personalentwicklung bzw. die HR auf den Kopf. Während die einen händeringend um qualifizierte Fachkräfte suchen, kämpfen die anderen mit den tagtäglichen Herausforderungen, die das Arbeiten 4.0 mit sich bringen. Wer sich am digitalen Arbeitsplatz weiterentwickeln möchte, sollte neugierig und lernbereit bleiben. Wie uns das neue Lernen – das e-Learning – dabei behilflich sein kann, die digitalen Kompetenzen deiner Mitarbeiter zu fördern, haben wir hier für dich aufbereitet.

Lebenslanges Lernen, eine Sache der Natur

Bevor wir uns dem e-Learning widmen, haben wir uns die Frage gestellt, warum wir überhaupt lernen (wollen). Was treibt uns an? Was passiert, wenn wir lernen? Das Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik ist bei der Suche nach dem Stichwort „Lernen“ mit einer Vielfalt an Beschreibungen behilflich. Folgende Zeilen haben uns fasziniert, die wir hier anführen möchten:

„Jeder Mensch lernt. Es ist eine anthropologische Gegebenheit, dass wir ohne Kenntniszuwachs nicht überleben könnten. Das heißt der Mensch lernt, weil (oder: damit) er lebt. (Stangl, W. 2018)“

Demnach sind wir Menschen permanente Lerner. Naturgemäß. Weil wir ohne nicht leben könnten und es somit in jeder Situation tun: bewusst oder unbewusst. Das Lexikon führt weiter aus, dass Lernen „eine Mitgift der Natur“ oder „ein ursprüngliches Können“ ist, „das zur menschlichen Verfassung gehört wie der Herzschlag und die Leberfunktion.

Warum sich also anstrengen, wenn wir uns ohnehin auf die Lernautomatik in uns verlassen können? Zugegeben, diese Frage schwindet rasch wieder, wenn wir uns weiter vor Augen führen, dass es sich bei diesem Können „nur“ um eine Art Wissens-Fundament handelt, auf dem wir aufbauen. Es liegt also an uns selbst, welche Lernlandschaften wir im Lauf unseres Lebens besuchen und wo wir unser Bauwerk des Wissens errichten. Unzählige Ausbildungen, Schulungen und auch e-Learning-Angebote kreuzen in Zeiten wie diesen unsere Wege. Warum gerade letztere unser zukünftiges Lernverhalten verändern können, widmen wir uns in folgenden Abschnitten. Gemeinsam begeben wir uns auf den Weg von der Lehre über das menschliche Wesen bis hin zum veränderten Lernen. Oder anders ausgedrückt: Zurück in die Zukunft, wo wir es uns auf dem digitalen Arbeitsplatz gemütlich machen und gemeinsam über digitale Weiterbildung nachdenken.

E-Learning: die neue Spielwiese der Personalentwickler

Wenn wir übers e-Learning nachdenken, sollten wir definieren, worüber die Arbeitswelt von heute und morgen spricht.

Wikipedia besagt, dass unter e-Learning „alle Formen von Lernen verstanden“ werden, „bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen.

Im Grunde handelt es sich beim e-Learning oder beim Online-Lernen, Computer-based-Training oder e-Lernen um ein Tool oder eine Methodik, wie heutzutage effizienter gelernt werden kann. Anstatt sich in einen Seminarraum mit anderen Teilnehmern zu setzen, loggen wir uns mit einem Passwort auf dem eigenen Tablet ein und werden Teil einer Community, die sich wie wir auf maßgeschneiderte Lerninhalte verlassen dürfen. Unsere individuellen Bedürfnisse stehen dabei an oberster Stelle und werden darin auch befriedigt. Dafür sorgen unzählige Lernsysteme, die Buch führen, was wir wissen oder eben noch nicht. Unser Mehrwert besteht darin, in kürzester Zeit diese Informationen erhalten, die unser aktuelles Manko so rasch wie möglich in Know-how verwandelt.

Wikipedia hält unter dem Begriff e-Learning viele unterschiedliche Formen für uns bereit. Einige davon sollen hier angeführt werden, um das breite Spektrum dieser neuen Lern-Tools aufzuzeigen:

  • Virtuelle Lehre – z.B. Webinare, web-unterstütze Lehrbuchkurse, Podcasts, etc.
  • Interaktives Whiteboard – Flipchart-ähnliches Tool (z.B. Topics von kununu engage)
  • Content Sharing – kommerzielle oder freie Webangebote mit Skripten, Lernkarten oder Zusammenfassungen
  • Learning Communitys – Personengruppen mit ähnlichem Interesse oder Ziel, die sich über videobasierte Kurse Wissen austauschen
  • Computer-Supported Cooperative Learning – Lernansätze unter Einsatz von computergestützten Informations- und Kommunikationssystemen
  • Business TV – ein zugeschnittenes Fernsehprogramm
  • Mikrolernen – Lernen in kleinen Schritten über Web oder Mobiltelefon, Learning Apps, etc.

Was aber passiert mit der vorhin zitierten zwischenmenschlichen Komponente? Brauchen wir die physische Anwesenheit unseres Ausbildners oder Trainers beim Lernen 4.0 nicht mehr? Bleiben somit nicht auch Interaktionen und persönliches Feedback auf der Strecke, wenn wir uns mit dem Computer zum lernreichen Tête-à-Tête verabreden? Inwiefern uns Chatrooms, Diskussionsforen oder E-Mails als echte Feedback-Tools (siehe unseren Stimmungsbarometer) ausreichen, beantworten wir dir im folgenden Abschnitt.

Beim Blended Learning „menschelt“ es

Erfahrungen haben gezeigt, dass Firmen vermehrt auf eine Mischform aus Präsenzlernen und e-Learning setzen, dem so genannten Blended Learning. Wenn man sich auf diversen Anbieter-Plattformen umsieht, erkennt man die eindeutige Tendenz. Viele werben mit der Individualisierung ihrer Services und der digitalen Lerninhalte.

Die Digitalplattform arbeitenviernull.de des deutschen Bundesministeriums für Arbeit und Soziales beschreibt den Begriff des Blended Learning wie folgt:

„Beim Blended Learning (aus dem englischen „to blend“ = vermischen) werden klassische, mit physischer Präsenz verbundene Lehrelemente verknüpft mit Elementen des Selbstlernens, unter Nutzung elektronischer Hilfsmittel wie z. B. internetbasierter Tutorien („E-Learning“).“

Die menschliche Komponente spielt also auch am digitalen Arbeitsplatz eine wesentliche Rolle. Die Bedeutung des Feedbacks bleibt auch hier im Fokus der HR sowie des Managements und trägt wiederum zur Mitarbeiterzufriedenheit bei. So können beispielsweise vorproduzierte digitale Inhalte mit einem anschließenden Seminar oder Webinar mit einem Trainer/einer Trainerin abgehalten werden. Dieser/diese ist in der Lage, direktes Feedback zu geben und praxisorientiert zu handeln. Die Kombination erweist sich als „besonders fruchtbar“, was unter anderem auch der aktuelle Bericht des Instituts für höhere Studien in Wien bestätigt. Wir haben gesehen, dass die gemischten e-Learning-Angebote in diesem Bereich vielfältig und kreativ sein können. Aber warum sollen wir in unserem Unternehmen zu e-Learning-Tools greifen? Welche Benefits bringt es meinem Unternehmen, meine Mitarbeiter digital lernen zu lassen? Mehr dazu jetzt.

Was e-Learning meinem Unternehmen bringt

Wie bereits erwähnt, ist die Facette der Möglichkeiten sich selbst Neues beizubringen bunt. Aber was bringt es mir und meinen Mitarbeitern, sich diese Lernform genauer anzusehen?
Wir haben uns die Vorteile des neuen Lernens für dich angesehen und einige hier zusammengetragen. E-Learning-Konzepte sind gegenüber ihrem älteren Bruder, der traditionellen Weiterbildung, daher erfahrungsgemäß:

  • Flexibler in der Organisation
  • Orts- und zeitunabhängig
  • Kosteneffizienter auf mehreren Ebenen (keine Reisekosten, geringere Fehlerquoten, etc.)
  • Individueller im Inhalt, beim Tempo, etc
  • Arbeitsprozessintegriert und somit lösungsorientiert
  • Fehlzeiten werden reduziert
  • Lernfortschritt messbar
  • Qualitätssicherung durch z.B. ISO-Zertifizierungen
  • Förderung der Vielfalt (mehr dazu in diesem Link)

Auch, wenn wir uns hier die Blended Learning-Form, also die Kombination, genauer ansehen, so punktet beispielsweise das Webinar noch immer mit seiner Kosteneffizienz. Und das, obwohl es nicht mehr zeitunabhängig stattfindet. Und dennoch lässt es die gewünschte Interaktion mit dem Trainer zu. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Nun gilt es, sich auch um damit einhergehende Transparenzen, wie die Entgelttransparenz, Gedanken zu machen. Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, dass mit dem erzielten Lernerfolg auch eventuelle „Gehaltsvorrückungen“ verknüpft werden. Und vice versa.

Alles in allem dürfen wir schlussfolgern, dass die digitale Weiterbildung die Menschen auch in Zukunft effizienter und kostensparender zu qualifizierten und engagierten Arbeitnehmern macht. Mehr noch: Sie werden sich durch die erlangte Mitarbeiterzufriedenheit auch noch langfristig an die Organisation binden. Retention ist demnach Output einer neugierig bleibenden Firmenkultur.

Mit der digitalen Kompetenz zum qualifikatorischen Upgrade

Im aktuellen bitkom Positionspapier zum Thema „Digitale Bildung“ heißt es in Punkt 7, dass „digitale Weiterbildung als Schlüssel für lebenslanges Lernen“ gilt. Auch darin ist von flexibleren und individuelleren Wegen der digitalen Weiterbildung die Rede. Die offene und innovative Organisation bemüht sich daher um die laufende Qualifikation ihrer Arbeitnehmer. Zum einen, weil sich die Menschen das von ihr auch erwarten und zum anderen, weil es neben dem Kampf um die besten Köpfe auch noch Mitarbeiterzufriedenheit und gesteigerte Motivation zutage fördert.

Generell gilt: Wer hier kompetent sein möchte, sollte sich eingehender mit den Kompetenzen 4.0 auseinandersetzen. Warum? Weil mit der Globalisierung und der zunehmenden Digitalisierung auch neue Produkte und neue Märkte in greifbare Nähe rücken. Dies wiederum bedeutet, dass auch neue Formen der Zusammenarbeit entstehen. Hier drängen sich Arbeitsweisen wie Crowdworking, mobiles Arbeiten oder auch der Trend zu Leiharbeitern z.B. im F&E-Bereich immer mehr in den Vordergrund.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt und die damit verbundene Qualifikation erfordern daher neue Kompetenzen: nicht nur bei der HR, sondern auch auf allen Unternehmensebenen. Beginnend beim Chef, der sich vorher überlegen sollte, wie gut die digitale Strategie in die eigene Unternehmensstrategie eingebunden werden kann. Natürlich spielen auch hier hohe Anfangsinvestitionen eine große Rolle, die die Zurückhaltung vieler Unternehmer erst verständlich macht.

Ein Blick in die aktuelle bitkom-Studie zum Thema „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ bringt zum Vorschein, dass 2018 erst sechs von zehn Unternehmen in digitale Weiterbildung investiert haben. Es überrascht wenig, dass sich eher größere Unternehmen mit einer höheren Investitionsbereitschaft auszeichnen. Auch die Zusammenfassung der Ergebnisse des Weißbuchs der Digitalplattform arbeitenviernull.de haben gezeigt, dass es die digitale Arbeitswelt erfordert, „frühzeitig in die Stärkung der Qualifikationen und die Verbesserung von Aufstiegsperspektiven zu investieren.“

Eine logische Schlussfolgerung ist demnach, dass auch der Trainingspartner, den man sich schließlich an Board holt, sich bereits den veränderten Anforderungen der neuen Lernlandschaften gestellt hat.

Wo ein Wille, da auch die digitale Kompetenz

Während die jüngere Generation bereits mit dem Web aufwuchs, steht die ältere vor der Herausforderung, sich auch digital kompetent fortbilden zu müssen. Die Geschäftsführerin der Initiative D 21 e.V., Lena-Sophie Müller, spricht in einem Statement auf der Website der deutschen Digitalplattform arbeitenviernull.de zum Thema und stellt klar, dass digitale Kompetenzen im Unternehmen immer noch dem Zufall überlassen werden. Sie plädiert dabei auch für einen offeneren Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI), die die Arbeit der Menschen erleichtern kann. Viele haben Angst davor und befürchten, aufgrund dessen in Zukunft ihre Jobs zu verlieren. Unternehmer sollten ihren Mitarbeitern diese Ängste nehmen und ihnen aufzeigen, wie digital ihre Welt bereits ist und wie sie das Beste daraus machen können.
Was muss ich als zukünftiger e-Lerner also mitbringen? Welche Kompetenzen werden meine Mitarbeiter benötigen? Wo kann ich heute schon hinschauen, damit ich gezielt fördern kann?

Der Wille ist das Wichtigste, was wir brauchen. Er führt uns direkt zur:

  • Selbstdisziplin
  • Selbstlernkontrolle
  • Offenheit gegenüber neuen Technologien und digitalen Netzwerken

Es ist also der Wille, der zählt und uns auf lange Sicht selbst dazu befähigt, am digitalen Arbeitsplatz gewinnbringend existieren zu können. Richtig! Eine win-win-Situation: Zum einen für den Arbeitnehmer, der bessere Jobs bekommt und somit zufriedener ist, und zum anderen für den Arbeitgeber, der nicht nur engagiertere Mitarbeiter beschäftigt, sondern auch noch hoch qualifizierte obendrein.

Was uns e-Learning sagen will

Begeben wir uns gemeinsam auf einen abschließenden Lern-Streifzug. Beginnen wir damit, dass wir uns vor Augen geführt haben, dass alles, was wir wissen, uns selbst zuzuschreiben ist. Obwohl uns ein gewisser Überlebensdrang dazu antreibt, stetig dazulernen zu müssen, liegt es letztendlich immer an uns selbst, was wir aus dem Wissens-Fundament in uns machen.
Wir haben gelernt, dass die digitale Weiterbildung beim Arbeiten 4.0 viele Vorteile bringt. Wir sprechen von maßgeschneiderten Lernkonzepten, die uns zeit- und ortsunabhängig auf dem Level unseres aktuellen Wissensstands abholen können. Sie sind dabei, abgesehen von den Erstinvestitionen, tendenziell kosteneffizienter als herkömmliche Fortbildungen. Unsere Milchmädchenrechnung besagt: Je öfter sie man benützt, desto günstiger gestaltet sich auch die Fortbildung.

Das Modell des Blended Learnings hat uns gezeigt, dass sich Präsenzlernen mit den neuen Technologien vereinbaren lässt. Die Interaktion und das persönliche Feedback sind sogar ausdrücklich erwünscht. Wir sehen insbesondere die Personalentwickler/HR vor der Herausforderung, die Menschen in ihrem Unternehmen dazu zu befähigen, ein Teil des gesamten Qualifikations-Upgrades zu werden.

Indem du deinen Mitarbeitern attraktive Lernlandschaften vorstellst und gemeinsam mit ihnen an der Entwicklung ihrer Wissensbauwerke arbeitest, werden sie dir Kostbares zurückgeben: Sie werden sich binden und neue, hoch qualifizierte Mitarbeiter rekrutieren!

Wie du dich dabei mit ihnen austauschen kannst, zeigt dir unser Artikel über die Etablierung einer starken Feedback-Kultur. Wir hoffen, dass dich unser Blog dazu inspirieren konnte, ein offener und innovativer „Wissens-Architekt“ zu werden. Bereits Einstein pflegte zu sagen: „Ich unterrichte meine Schüler nie; ich versuche nur, Bedingungen zu schaffen, unter denen sie lernen können.“ Na, dann? Packen wir´s an!

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kununu engage ist ein HR Feedback-Tool, das dir dabei hilft, ein besserer Arbeitgeber zu werden. Durch kontinuierliches und anonymes Feedback der Mitarbeiter, erhältst du wertvolle Einblicke in die aktuelle Stimmung, und die gelebte Transparenz hilft dabei, eine starke Unternehmenskultur aufzubauen.

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